Mi, 14. November 2018

Hamdi Salihi „gesteht“

09.05.2018 14:05

Pacult? „Einer der besten Trainer, die ich hatte!“

Gerade erst dieser Tage hat er es wieder in die Schlagzeilen geschafft - Hamdi Salihi, die „Lebensversicherung“ des SC Wiener Neustadt, der ohne die zahlreichen Volltreffer seines albanischen Superstürmers womöglich längst kein Kandidat für den Aufstieg in die Bundesliga wäre. Mit einem Zauberfreistoß in der 96. Minute rettete Salihi seinem SCWN doch noch drei Punkte - so wie er früher auch oft dem SK Rapid mit seinen insgesamt 53 Toren weiterzuhelfen wusste. Mit sportkrone.at sprach der Routinier über seine Zeit bei den Grün-Weißen, seine Verwunderung über das mangelnde Zuschauerinteresse in Wiener Neustadt und seinen nun in Albanien engagierten Ex-Trainer Peter Pacult!

sportkrone.at: Vor einem Jahr hast du mit dem KF Skenderbeu noch um den albanischen Meistertitel gekämpft - jetzt spielst du in der zweiten österreichischen Liga mit Wiener Neustadt um den Aufstieg in die österreichische Bundesliga. Wieso hast du dich sportlich für die „Rückkehr“ nach Österreich entschieden?
Hamdi Salihi: Nach der langen Zeit unterwegs - ich habe ja wirklich eine große Runde um die Welt gemacht - war mein Plan, mit meiner Familie in Wien zu leben. Immerhin habe ich jetzt zwei Kinder, die nächstes Jahr in den Kindergarten bzw. in die Schule gehen. Von Wiener Neustadt ist dann ein wirklich gutes Angebot gekommen und so war das eine gute Möglichkeit für mich, um in Wien bleiben zu können. Ich hab‘ das akzeptiert und gar nicht lange überlegt. Ich habe ja auch bereits vor längerer Zeit in Wien ein Haus gebaut…

sportkrone.at: Während du zu Saisonbeginn den Weg aus Albanien nach Österreich gegangen bist, hat dein ehemaliger Trainer Peter Pacult den umgekehrten Weg genommen, zu Meister Kukesi. Was sagst du dazu?
Salihi: Ich sehe fast jede Woche die Spiele der albanischen Liga und lese auch viel darüber. Es freut mich, dass der FC Kukesi eine sehr gute Saison spielt und momentan die beste Mannschaft in der Liga ist. Auch wenn sie im Moment nur auf Platz zwei sind, sie spielen den besten Fußball in Albanien. Es freut mich, dass Pacult seine Spiel-Idee schnell in die Liga bzw. in die Mannschaft integrieren konnte. Ich glaube, dass es für ihn nicht leicht war, aber ich denke, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Ich hoffe, dass er Meister wird und dass seine Mannschaft weiter auf Top-Niveau spielt. Für mich ist er einer der besten Trainer, die ich je hatte.

sportkrone.at: Wenn ich schon deinen ehemaligen Trainer anspreche, muss ich das auch mit deinem Ex-Klub Rapid machen: In einem Interview hast du vor wenigen Wochen Kritik an Grün-Weiß geübt, wo siehst du denn konkret die größten Probleme und Baustellen bei jenem Klub, für den du in 90 Partien 53 Tore erzielt hast?
Salihi: Zuerst muss ich sagen, dass meine Worte gar nicht kritisch gemeint waren. Sie sind aber ein bisschen missverstanden worden von dem Journalisten - ich wollte ganz etwas anderes ausdrücken. Aber zur Frage: Ich sehe jede Woche jedes Match von Rapid, man muss sagen, dass sie eine gute Saison spielen. Momentan ist es halt schwierig, gegen Salzburg um den Titel zu kämpfen. Aber für das Spiel, das Rapid auf dem Platz zeigt und die Emotionen, die sie hervorrufen, machen sie das, glaube ich, wirklich toll. Auch das letzte Derby hat das gezeigt, ich glaube, sie sind auf einem guten Weg! Ich habe auch in dem Interview zuletzt gesagt, dass sie viele junge Spieler haben - und wenn man denen Zeit gibt, kann der Verein in ein, zwei Jahren wirklich top sein.

sportkrone.at: Apropos Rapid: Während bei Spielen mit Beteiligung der Grün-Weißen immer wieder sehr viele Menschen in die Stadien strömen, ist der Fan-Zuspruch in Wr. Neustadt trotz der Erfolgsphase im Herbst recht bescheiden geblieben. Irritiert das gerade einen Spieler deiner Klasse nicht doch auch ein bisschen?
Salihi: Zuerst einmal kann man nichts, keinen anderen Verein in Österreich, mit Rapid vergleichen! Man muss aber sagen, dass auch Wiener Neustadt eine große Stadt wäre, mit vielen Einwohnern. Ich glaube, die Mannschaft hat viel gemacht in dieser Saison - es müssten mehr Fans ins Stadion kommen! Wiener Neustadt hat vielleicht nicht so eine große Tradition…

sportkrone.at: Die letzte große Zeit vor der „Wiederbelebung“ 2008 waren wohl die 60er- und 70er-Jahre…
Salihi: …das ist jetzt auch für uns, für die Spieler, die große Aufgabe: mehr Fans ins Stadion zu bringen. Ich hoffe, dass das mit dem neuen Stadion, wo die Infrastruktur besser ist, auch mehr Fans kommen. Weil für den Fußball und die Spieler sind die Fans ganz wichtig!

sportkrone.at: Wirst du im neuen Stadion denn noch als Spieler aktiv sein?
Salihi:(lacht) Ja, es schaut nicht schlecht aus, ich hoffe es! Ich will Fußball spielen, so lange ich Spaß daran habe. Momentan schaut es gut aus - aber was passieren wird, das weiß ich nicht.

sportkrone.at: „Hamdi ist der beste Angreifer der Liga. Es gibt keinen gefährlicheren Strafraumspieler als den Hamdi!“ Bist du einverstanden mit dieser Einschätzung durch Deinen Trainer Roman Mählich?
Salihi: Ich lese nicht viel Zeitung und ich schaue auch nicht viel Nachrichten…

sportkrone.at: Aber er wird’s dir ja auch hoffentlich so gesagt haben?
Salihi: Vom ersten Tag an, an dem ich in Wiener Neustadt angekommen bin, ist mir von allen Trainern, nicht nur vom Roman, großer Respekt entgegengebracht worden. Nun bin ich in einer Situation, in der ich viel kämpfen und viel trainieren muss, damit ich diesen Respekt zurückgeben kann. Ich bedanke mich bei allen für die Würde und den Respekt, den sie mir gegenüber zeigen!

Hannes Maierhofer
Hannes Maierhofer

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