So, 19. August 2018

Früherkennung

09.05.2018 08:55

Aneurysma - die stille Gefahr im Bauch

Gefäßerweiterungen der Hauptschlagader im Bauchbereich führen bei Einreißen zu lebensgefährlichen Blutungen mit einer hoher Sterblichkeit. Experten fordern daher die Einführung eines Screening Programms für Aortenaneurysmen in Österreich.

Sackförmige oder spindelförmige Ausbuchtungen können in jedem Bereich der Aorta auftreten, besonders häufig wachsen sie - meist ohne Symptome und unbemerkt -  im Bauch. Bis zu fünf Prozent aller Männer über 65 Jahre sind von einem Bauchaortenaneurysma betroffen. Die Hauptgefahr besteht darin, dass dieses plötzlich reißen und der Betroffene innerlich verbluten kann. Hat die Ausbuchtung einen Durchmesser von 5,5, Zentimetern erreicht, steigt das Risiko eines Risses. Die Sterblichkeit liegt dabei bei 80 Prozent. „Wir können heute den plötzlichen Tod durch ein Bauchaortenaneurysma oft verhindern“, erklärt Gefäßmediziner Univ. Prof. Dr. Gerit Schernthaner von der Universitätsklinik Wien im Rahmen einer Pressekonferenz. Bei rechtzeitiger Diagnose kann das Aneurysma ausgeschaltet werden. Diese erfolgt jedoch meist nur durch Zufallsbefund. 

Früherkennungsprogramme gefordert
Die österreichischen Gefäßgesellschaften fordern ein nationales österreichisches Screening Programm für vaskuläre Erkrankungen. Die Früherkennung des Aortenaneurysma im Bauchbereich ist denkbar einfach und kann mittels Ultraschalluntersuchung rasch und ohne Belastung der Patienten durchgeführt werden. Die Experten schlagen ein einmaliges Screening bei allen Männern ab dem 65. Lebensjahr vor, wie es nach Schweden und Großbritannien nun auch seit Beginn des Jahres in Deutschland eingeführt wurde. Ideal wäre eine Kombination mit einer Blutdruckmessung an allen vier Extremitäten (Knöchel-Arm Index). 

Einfluss von Ernährungsfaktoren 
In einer vor wenigen Wochen veröffentlichten Studie haben schwedische Wissenschafter den Einfluss von Ernährungsfaktoren auf die Entstehung eines Aneurysmas der Hauptschlagader systematisch untersucht. Dabei konnte erstmals belegt werden, dass der reichliche Konsum von Obst und Gemüse (über 400 g pro Tag) und der Verzicht auf größere Mengen von Alkohol das Risiko um bis zu 40 Prozent reduzieren kann. 

Regina Modl, Kronen Zeitung

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