So, 21. Oktober 2018

An der Donau

26.05.2018 17:00

Mostviertel: Die Birnbaumblüte als süße Verführung

Die Birnbaumblüte an der Moststraße verwandelt die sanfthügelige Landschaft südlich der Donau bereits seit einigen Tagen in ein prächtiges weißes Blütenmeer. „Wo der Barthel den Most holt“, da liegt Niederösterreichs Viertel der Verführungen!

Auf den Hügeln thronen ob ihrer Größe majestätisch Vierkanthöfe. Rundherum ihr Königreich, die Wiesen mit ihren Obstbäumen, die Birne der Reichsapfel. Und genauso ist auch ihr Stellenwert. Denn immerhin ist das Mostviertel Europas größtes geschlossenes Streuobstwiesengebiet mit über einer Million Obstbäume - begünstigt vom milden Klima südlich der Donau. Rund drei Viertel davon sind Birnbäume. Auf sie ist Verlass. Beständig zieren sie die Straßen, Wege und so manche Alleen.

„Der Most plaudert!“
300 verschiedene Birnensorten gibt es - aus 30 Sorten werden im Herbst köstliche, reinsortige Birnensäfte und Birnenmoste gemacht. Wenn er dann in den Fässern dahingärt und blubbert, sagen die Mostbauern wieder: „Der Most plaudert!“ Aber alles der Reihe nach.  

Der Reigen startet aufs Neue
Seit einigen Tagen verwandeln eben jene hochstämmigen, knorrigen Birnbäume die 200 Kilometer lange Moststraße in ein schneeweißes Blütenmeer. Das jährliche Naturschauspiel lockt nicht nur Gäste aus dem Inland zu einer Panoramatour. Das Prädikat aussichtsreich verdient sich im Speziellen die Mosthöhenstraße. Der Abschnitt zwischen St. Peter in der Au und St. Georgen in der Klaus ist besonders reich an herrlichen Ausblicken auf das aufblühende, vom mächtigen Ötscher dominierte Voralpenland. Für viele startet die Entdeckungsreise in Öhling in der Mostelleria. Im Herzen des Mostviertels dreht sich - wie kann es anders sein - alles um die Mostbirne. Auf die Besucher warten Erlebnis-Führungen, eine Schaubrennerei und Verkostungen. Hier erfährt man auch, wie die Früchte mithilfe modernster Kellereitechnik zu flüssigen Genüssen wie Säften, Likören, Edelbränden und natürlich Most verarbeitet werden. Hinter dem Kellerhaus liegt der größte Mostbirnengarten Europas mit über 12.000 Mostbirnbäumen.

Josef Farthofer, seines Zeichens „Mostbaron“ und bereits in fünfter Generation Produzent preisgekrönter Birnenmostprodukte, Fruchtbrände und Liköre in Bio-Qualität, ist auch der Erfinder des „Mostellos“, einer ungewöhnlichen Komposition aus Birnenmost und Birnenbrand. Als weiterer Experte entpuppt sich Leopold Reikersdorfer, der „Mostbaron von Neuhofen“. Er betreibt mit seiner Familie einen gemütlichen Mostheurigen, eine Essig- und Dörrobstproduktion und eine Imkerei.

Ardagger Stift
Das Mostbirnhaus im Ardagger Stift widmet sich ebenso dem Werdegang der Birne von der Blüte bis zum fertigen Birnenmost. Auch heute noch wird das Obst händisch geerntet, gewaschen, zerkleinert und gepresst. Und das mit viel Liebe und Herz, wenn man den Mostbauern so zuhört, die sich mit Leib und Seele den Mostbirnen verschrieben haben. Denn sie hegen und pflegen jeden einzelnen Obstbaum.

Neuhofen an der Ybbs
Im Relax-Resort Kothmühle in Neuhofen an der Ybbs stoßen wir auf den Primus der Mostbarone. Die Auszeichnung „Mostbaron“ wurde im Mostviertel übrigens 20 Mostproduzenten, Gastronomen, Hoteliers und Edelbrennern zuteil. Im Besitz der sympathischen Familie Scheiblhofer ist das Anwesen, ehemals eine Mühle, seit 1866. Hier kommt man nach einem erlebnisreichen Tag dank großzügiger Wellnessoase und eines Schwimmbiotops angenehm zur Ruhe.

Pielachtal
Zum Viertel der Versuchungen zählt aber auch das Tal der Dirndln, das Pielachtal. Auf dem Bergbauernhof in der ersten Dirndl-Destillerie und -Manufaktur erzählt Melanie Fuxsteiner alles über die Verarbeitung der feuerroten Wildfrüchte des Gelben Hartriegelstrauchs zu Marmelade, Saft oder Chutney.

Das Pielachtal lebt von Kontrasten: Es beginnt südlich von St. Pölten und reicht vom sanften Hügelland bis hinauf in die Mostviertler Alpen rund um den Naturpark Ötscher-Tormäuer. Die Fahrt bis Kirchberg an der Pielach gestaltet sich in der Mariazellerbahn als aussichtsreich. Auch wenn wir nicht den Waggon der Himmelstreppe mit Panoramafenstern oben erwischt haben. Ein Grund mehr, nochmal zuzusteigen und im Pielachtal Halt zu machen.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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