Sa, 21. Juli 2018

„Lachen uns doch aus“

28.03.2018 07:40

Vergewaltigungsprozess: Empörung über Freisprüche!

Ein 15-jähriges Mädchen aus dem niederösterreichischen Tulln geht zur Polizei und erstattet Anzeige - wegen Vergewaltigung. Zwei Asylwerber werden als Tatverdächtige ausgeforscht. Spermaspuren der beiden wurden am mutmaßlichen Opfer sichergestellt, außerdem sind am Körper des Mädchens Kratzspuren zu finden (Videobericht oben). Im Prozess am Dienstagabend spricht das Gericht die beiden Beschuldigten dennoch frei - im Zweifel. krone.at-User zeigen sich nach diesem Urteil entsetzt, sprechen von einem Skandal und nicht zuletzt von einem massiven Vertrauensverlust in die heimische Justiz ...

Widersprüche bei Aussagen des Mädchens
Der Vorfall habe sich „sicher nicht wie in der Anklageschrift“ zugetragen, hielt der Richter am Dienstag fest. So habe sich das Mädchen in den kontradiktorischen Einvernahmen - die bereits im Vorfeld der Verhandlung stattgefunden hatten - in zahlreiche Widersprüche verwickelt. 
Demnach habe die 15-Jährige nicht klar sagen können, ob es sich bei den Angreifern um zwei oder doch drei Männer gehandelt habe. Außerdem habe sich das Mädchen mit den Männern bereits im Vorfeld getroffen, dabei sei auch ein Joint im Spiel gewesen.

Doch ist das genug, um die Vergewaltigung trotz der sichergestellten Sperma- und Kratzspuren sowie nicht zuletzt trotz des Worts der 15-Jährigen anzuzweifeln?

„Ich schäme mich für unsere Justiz“
Zwei von vier Schöffen stimmten gegen einen Schuldspruch, die beiden heute 19-jährigen Männer wurden im Zweifel freigesprochen. „Hat das 15-jährige Mädchen alles freiwillig gemacht? Dass sie sich nicht an jedes Detail erinnern kann, ist nach einem solchen schlimmen Erlebnis ja mehr als verständlich. Ich schäme mich für unsere Justiz und möchte mich als österreichischer Staatsbürger beim Opfer für diese Frechheit entschuldigen“, zeigt sich krone.at-User SirLex über das Urteil entsetzt.

Auch User Jeremias kann den Freispruch aufgrund der Beweislast nicht nachvollziehen: „Da gibt es eindeutig DNA-Spuren am Gewand des Mädchens, und die werden freigelassen? Die zwei lachen uns doch aus.“ Vor allem die Relation zu anderen Urteilen lässt bei vielen Usern die Wogen hochgehen. So empört sich auch ZOKI: „Unglaublich. Ich bin sprachlos. Will man die Opfer mit solchen Urteilen verschaukeln?! Da soll noch jemand dem Gesetz vertrauen und auf eine gerechte Strafe hoffen?! Skandal! Hättens 100 Euro gestohlen, wären die sicher gesessen Frechheit.“

„Der größte Skandal seit Langem“
Auch auf der Facebook-Seite der Kronen Zeitung sprechen viele User von einem Paukenschlag-Urteil: „Der größte Skandal seit Langem. Diese 2 Verbrecher und alle zukünftigen Verbrecher/Vergewaltiger lachen sich eins ins Fäustchen!!! Schande für unseren Rechtsstaat“, heißt es in einem Kommentar.

„Das ist jetzt schon ein Desaster“
PULS-4-Infochefin Corinna Milborn meldete sich am Dienstagabend ebenfalls zu der Causa zu Wort: „
Ich finde diese Freisprüche empörend. Mein Rechtsempfinden und die Praxis der österreichischen Justiz bei Sexualdelikten klaffen dermaßen auseinander, da gibt es so gut wie keinen gemeinsamen Boden. Was ist das für ein Signal an Betroffene Mädchen, die sich der Tortur einer Anzeige unterziehen? Und was ist das für ein Signal an die Täter - sucht euch wen jungen, schwachen, am besten unter Medikamenteneinfluss, dann habt ihr freie Bahn? Was auch immer die Berufung bringt, das ist jetzt schon ein Desaster.“

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base

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