"Die Berichte, die wir bislang bekommen haben, lassen uns keine andere Alternative, als den Disziplinarausschuss der FIFA zu bitten, ein Verfahren gegen den Trainer Diego Armando Maradona zu eröffnen", sagte Blatter am Rande der U20-WM in Kairo nüchtern. Welche Strafen für seine verbalen Ausrutscher angebracht wären, ließ der FIFA-Chef allerdings offen.
Maradona uneinsichtig
Maradona selbst zeigt sich indes uneinsichtig und betonte am Freitag, er sei nicht bereit, sich für seine verbalen Entgleisungen nach der geschafften WM-Qualifikation zu entschuldigen. "Ich werde mich nicht entschuldigen. Ich habe das Recht, jenen die Meinung zu sagen, die schlecht über mich reden", erklärte die Kicker-Legende in einem Radio-Interview.
Ordinäre Pöbeleien nach WM-Qualifikation
Argentiniens Teamchef hatte nach der in letzter Minute gesicherten WM-Qualifikation gegen Uruguay einen regelrechten Rachefeldzug gegen ihn verhasste Journalisten gestartet und sie bei einer Pressekonferenz auf das Ordinärste beschimpft (Bericht samt Video findest du in der Infobox!).
"Ein Festival der Verbitterung"
In Argentinien hatte der Wutausbruch des "Goldjungen" für Empörung gesorgt. "Ein Festival der Verbitterung", titelte die Zeitung "La Nacion" am Donnerstag. "Provokativ, anmaßend. Diese Obszönitäten werden um die Welt gehen und die Schande vergrößern. Mit dem Team geht es weiter bergab." Die auflagenstärkste Tageszeitung "Clarin" meinte: "Anstatt in jener Nacht, in der er sein Ziel erreichte, zu relaxen und den Moment zu genießen, ließ er seinen Aggressionen freien Lauf."
79 Prozent der Fans für Rauswurf Maradonas
Argentiniens Verbandschef Julio Grondona versuchte zu beschwichtigen und zeigte Verständnis für die unpassende Wortwahl seines prominenten Trainers. "Leute können in der Hitze des Moments Dinge sagen, die ihnen später leidtun", sagte Grondona. Er denke nicht an eine Ablöse der 48-jährigen Fußball-Legende. Stattdessen soll im kommenden Monat ein Gespräch über die Zukunft des Weltmeisters von 1986 stattfinden.
Die Fans der "Albiceleste" sehen dies scheinbar anders: In einer von "La Nacion" am Donnerstag initiierten Online-Umfrage sprachen sich 79 Prozent für den Rauswurf Maradonas aus.










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