Do, 21. Juni 2018

Voodoo Vince

14.10.2003 11:09

Selbstverstümmelung als Cartoon-Abenteuer

Was du nicht willst was man dir tut, das füge dir selbst zu – so ähnlich könnte man das Spielprinzip des schrägen Cartoon Abenteuers zusammenfassen. Im ersten Game des Microsoft Game Studios „Beep Industries“ muss eine Voodoo-Puppe ihre Gegner ausschalten, indem es sich Schmerzen zufügt.
Gleich zu Beginn des Spiels sieht man in einerVideosequenz, wie die Besitzerin der Puppe, Madame Charmaine entführtwird. Der kleine Voodoo Vince erwacht durch ein Zauberpulver zumLeben und begibt sich in die Straßen von New Orleans, umsie wieder zu finden. Doch hier lauern jede Menge Monster undSchurken, gegen die man kämpfen muss.
 
Kampfsystem
Neben einem schmerzhafte Head-Kick, rotieren undschlagen hat die Voodoo-Figur vor allem eine fiese Waffe: sichselbst. Sobald Voodoo Vince sich selbst schmerzen zufügt,leiden auch die Gegner. Auf diese ungewöhnliche Weise werdendie Gegner zur Strecke gebracht. Ein Feuerwerk an Selbstzerstörungund Masochismus.
 
Selbstzerstörung pur
Der grausamen Fantasie der Spieleprogrammierern warenkeine Grenzen gesetzt: Er stellt sich unter einen fallenden Tresor,springt in einen Hochgeschwindigkeits-Mixer oder lässt sichvon herabfallendem Geröll begraben. Er selbst trägtdabei keinen Schaden davon. Das Game bietet neben diesem innovativenKampfsystem zuckerlbunte Grafik, schräge Umgebungen, undfeine Texturen. Die englische Sprachausgabe ist deutsch untertitelt.
 
Ab 6? Ab 12?
Das Game tituliert sich als Kinderspiel, ist aberschon auf der Packung widersprüchlich: Freigegeben ab 6 Jahrenwird das Spiel erst für 12-Jährige empfohlen. Die Wahrheitliegt wahrscheinlich in der Mitte - 6-Jährigen kann man wohlschwer (ohne einen psychischen Schaden auszulösen) die selbstzerstörerischeLogik des Spiels vermitteln - für 10-Jährige ist dasSpiel, auch vom Schwierigkeitsgrad her durchaus schon geeignet.

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