Wackers Doppel-Torschütze Marcel Schreter staunte jedenfalls über die Fußballkünste des Spaniers: "Unglaublich. Der spielt mit der Krawatte an, lässt nie etwas anbrennen und braucht dazu nicht ein einziges Mal zu sprinten."
Für Wacker-Trainer Walter Kogler, der nach einem Todesfall in der Familie den Erfolg schaumgebremst feierte, war das 4:0 über Rapid ein Erfolg der ganzen Mannschaft, in der jeder Spieler den anderen ergänzte, in der jedes Rädchen ineinandergriff. Der Coach nannte drei Gründe für den Erfolg seiner Elf: absolute Bereitschaft, alles zu geben, eine gute Organisation auf dem Feld und den Willen und Glauben, sich in der Vorwärtsbewegung auch etwas zuzutrauen. "Nur mit diesen Eigenschaften werden wir auch in den nächsten Partien bestehen", meinte Kogler.
Erklärungsnotstand bei Rapid
Im Lager des Rekordmeisters gab es nach dem Desaster hingegen lange Gesichter und einen Erklärungsnotstand. Rapid-Torhüter Raimund Hedl brachte die Situation der Wiener auf den Punkt: "Es hat nichts funktioniert. Wir haben verdient auch in dieser Höhe verloren. Wacker hatte ja noch weitere Chancen." Peter Pacult, der in seinem 69. Liga-Spiel in der Fremde die 25. Auswärtsniederlage als Rapid-Coach erlitt, sprach ebenfalls von einem verdienten Wacker-Erfolg, nahm seine Mannschaft aber auch in die Kritik: "Wir haben nicht ins Spiel gefunden und sind dann in der zweiten Hälfte ausgekontert worden. Der Gegner hat es uns auch schwer gemacht, er ist sehr gut gestanden. Trotzdem kann man diese Leistung von Rapid nicht akzeptieren."
Und Rapids Sportdirektor Alfred Hörtnagl, selbst ein Wacker-Urgestein, war mit seinem Trainer einer Meinung, ohne dabei die Leistung der Tiroler schmälern zu wollen: "Das war zu wenig, das war nicht die Mannschaft, die wir kennen." Hörtnagl stießen auch drei der fünf Gelben Karten für Rapid auf: "Sich nur mit Kritik beim Schiedsrichter gegen die Niederlage zu stemmen, ist zu wenig. Das wird der Trainer in dieser Woche sicher ansprechen."
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