Fr, 19. Jänner 2018

Aufreger bei Kunden

11.12.2017 10:55

Wiener Sporthändler kassiert 35 € Beratungsgebühr

Viele Händler beklagen sich darüber, dass sich Kunden im Geschäft bis ins Detail über Produkte beraten lassen, sie dann aber im Internet kaufen, weil es dort häufig billiger ist. Vor allem in der Zeit vor Weihnachten taucht das Thema Beratungsdiebstahl seit Jahren regelmäßig auf. Manche Händler wehren sich jetzt und verlangen bei Nichtkauf eine Beratungsgebühr.

So etwa Helmuth Traxler, ein Fachhändler für Bogensportgeräte in Wien-Liesing. Er habe sich entschieden, 35 Euro Beratungspauschale einzuheben - diese werde refundiert, wenn der Kunde bei ihm dann auch kauft, berichtete ORF.at. Die Beratung sei ein Kostenfaktor, den "Beratungsklau" wolle er durch eine Gebühr unterbinden, begründet der Sportartikelfachmann seine Entscheidung. Dem Bericht zufolge wird bei Wirtschaftskammer und Einkaufstraßen-Vereinen intern diskutiert, ob das eine permanente Lösung sein kann. Noch würden aber viele Händler zögern, die Gebühr einzuführen.

Angst des Handels laut Umfrage unbegründet
Einer Ende Mai dieses Jahres veröffentlichten Umfrage zufolge ist die Angst des Handels vor dem Beratungsdiebstahl allerdings nahezu unbegründet. Nur elf Prozent der Kunden, die Produkte im Internet gekauft haben, hätten sich davor in einem stationären Geschäft beraten lassen, so das Ergebnis einer Umfrage von Marketagent, die von Handelsverband, Post und Google in Auftrag gegeben wurde. "Das Internet ist dreimal so oft digitaler Showroom für den stationären Handel als umgekehrt", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will bei der Präsentation der Umfrage.

Kunden haben damit keine Freude
Rechtlich gesehen sind Einzelhändler, die für ihre Beratung Geld verlangen, völlig auf der sicheren Seite. Ob sie damit auch wirtschaftlich erfolgreich sein werden, ist allerdings eine andere Frage, denn viele Kunden haben mit der "Beratungsklau"-Gebühr keine Freude.

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