Mi, 23. Mai 2018

Informant bei SPÖ

25.11.2017 06:00

Debatte um Kerns Gehalt: Geld, Macht und Intrige

Eine gezielte Indiskretion über die künftige Gehaltszuzahlung für SPÖ-Chef Christian Kern hat erhebliche Aufregung verursacht - in der Bevölkerung, aber vor allem in der SPÖ. Denn die Genossen verdächtigen einen oder mehrere Parteifreunde, die vertrauliche Information an die Öffentlichkeit gespielt zu haben. Kern selbst erklärte dazu am Freitag in Brüssel am Rande eines EU-Treffens, dass es sich dabei "um eine kleine Intrige" gehandelt habe.

Wer hat die Information über Kerns aufgebessertes Abgeordnetensalär an eine Zeitung weitergegeben? Diese Frage beschäftigt seit Donnerstagvormittag weite Teile der SPÖ. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass die Verdächtigen im Parlament ebenso wie in der Parteizentrale sitzen könnten. Eingegrenzt werden die möglichen lecken Stellen lediglich geografisch: "Das war sicher wieder einer aus der Wiener Partie", lautet die Mutmaßung.

Auf dem Wiener Parkett spielt sich nämlich aktuell der härteste Machtkampf ab. Auch wenn es offiziell natürlich in Abrede gestellt wird, ist die Erbfolgeschlacht zwischen Andreas Schieder und Michael Ludwig um das Amt des Wiener Bürgermeisters die Ursache für zahlreiche taktische und persönlich motivierte Manöver - mit sämtlichen unausweichlichen Kollateralschäden für die SPÖ.

Partei vor "gründlicher Erneuerung"?
In den Führungsebenen der Bundes-SPÖ wird nun nach dem Informationsleck rund um Kerns Zusatzgage überlegt, die personelle Erneuerung des Parteiapparats deutlich zu beschleunigen. Vor allem das Management und die Kommunikation in der Zentrale in der Wiener Löwelstraße bedürfen nach interner Einschätzung "einer gründlichen Erneuerung und Modernisierung".

In der engeren Auswahl für Führungsjobs im Team von Christian Kern sind vor allem Kanzleramtsminister Thomas Drozda und Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. Aber auch aus den Bundesländern soll Kern einige Vertreter der jüngeren Generation im Auge haben, die der SPÖ wieder zu mehr Profil und Professionalität verhelfen sollen.

Kronen Zeitung/krone.at

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