Do, 24. Mai 2018

Fragwürdige Praktiken

04.05.2018 22:37

Das Geschäft mit dem Kindergeld in Osteuropa

273 Millionen Euro Familienbeihilfe floss im Jahr 2016 ins Ausland. Nun wird klar, dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zugeht - die Länder Osteuropas haben diverse „Tricks“ auf Lager und machen mit dem Kindergeld ein Geschäft. In der EU wird daher die Frage der Indexierung immer dringender.

„In einigen Mitgliedsstaaten scheint es bei der Gewährung der Familienleistungen fragwürdige Praktiken zu geben. Es scheint, dass die Länder das System zu ihren Gunsten ausnutzen“, erklärt der deutsche EU-Parlamentarier Sven Schulze im Gespräch mit der „Krone“. Der Berichterstatter der Europäischen Volkspartei hat das Geschäft mit dem Kindergeld zum Thema einer parlamentarischen Anfrage gemacht.

Schulze hat aufgedeckt, dass manche Staaten, etwa Slowenien und Bulgarien, eine recht niedrige Einkommensobergrenze als Kriterium für den Bezug der Familienbeihilfe eingezogen haben. Liegt das Gehalt des Elternteils im Heimatland über der Grenze, gibt es kein Geld. Arbeitet der andere Elternteil im Ausland, muss dieses Land den kompletten Kindergeld-Betrag zahlen. Und nicht wie eigentlich vorgesehen nur eine Aufzahlung zum Betrag in der Heimat.

Polen und Rumänien: Kein Kindergeld, wenn Elernteil im Ausland arbeitet
Polen und Rumänien zahlen gar kein Kindergeld, wenn ein Elternteil diese Sozialleistung im Ausland bezieht. Somit ersparen sich die Staaten eine gewaltige Summe. 
In Kroatien wiederum wird die Familienbeihilfe, die eigentlich - wie der Name schon sagt - der Familie zugute kommen soll, der Steuer unterworfen.

Auch durch diese Aufdeckung hat das Thema Indexierung in Europa wieder an Fahrt aufgenommen. Österreich erhält für seinen Vorstoß viel Applaus aus Deutschland, Bayern startet eine entsprechende Initiative.

Kronen Zeitung/krone.at

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden