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Girokonto


girokonto testUnser Alltag besteht aus wiederkehrenden finanziellen Aufgaben und Verpflichtungen: Wir bezahlen unsere Miete, sowie verschiedene Versorger. Versicherungen und Vereinsbeiträge sind ebenso fällig wie Kreditraten, hinzu kommen regelmäßige Anlagen. Auch für den täglichen Lebensunterhalt wechselt Geld den Besitzer. Die meisten von uns bestreiten diese Ausgaben mit dem Monatsgehalt aus angestellter Arbeit. Zeiten der Lohntüte am Ende des Monats sind lange vorbei und auch im Alltag ist Bargeld eher ungeeignet, die verschiedenen Aufgaben zu bewältigen. Selbst wo beim Einkaufen vor Ort Scheine und Münzen in Registrierkassen wandern, stammt dieses nicht aus dem heimischen Tresor, oder Versteck unter der Matratze, sondern wurde zuvor bedarfsgerecht vom Girokonto abgehoben.


Was ist ein Girokonto und wozu wird es genutzt?

Das Wort Giro stammt aus dem Italienischen mit Wurzeln im Latein und bedeutet so viel wie „Kreis“ oder „Umlauf“. Dieser Name beschreibt anschaulich die Funktion eines Girokontos: Geld geht aus einer beliebigen Zahl verschiedener Quellen auf dem Konto ein und geht an etliche weitere Empfänger von ihm ab. Ein Girokonto ist das unverzichtbare Herzstück des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, was eine überwiegende Mehrheit der Bundesbürger nutzt, um Gehaltszahlungen zu beziehen und Überweisungen durchzuführen.

Ein Girokonto bietet verschiedene Möglichkeiten des Geldtransfers, die zusammengenommen das gesamte Spektrum eines modernen Zahlungsverkehrs abdecken können:

  • Überweisungen
  • Daueraufträge
  • Lastschriftverfahren
  • Bargeldverfügungen

girokonto vergleich

Girokonten funktionieren unkompliziert sowie zuverlässig und bieten dem Inhaber kurzfristig Zugang zu vorhandenen finanziellen Mitteln. Außerdem ist mit einem Dispositionskredit oder Überziehungskredit mit Hilfe eines Girokontos der finanzielle Verfügungsrahmen kurzfristig erweiterbar.

Girokonten lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise verwalten. Grundsätzlich zu unterscheiden sind in diesem Zusammenhang reine Online-Konten bei Direktbanken, sowie Girokonten klassischer Filialbanken und Sparkassen.

Das Online-Konto ist ausschließlich über das Internet zu verwalten. Über Online-Banking im Internetbrowser oder über eine App auf Smartphone und Tablet-PC ist der Kontostand in Echtzeit einsehbar, Überweisungen durchführbar, Daueraufträge einzurichten und die Verwaltung von Kontoauszügen möglich. Der Kontakt zur Bank verläuft ebenfalls online, via Mail, im Online-Chat oder alternativ telefonisch über eine Service-Hotline.

Die meisten Girokonten bei Filialbanken und Sparkassen vor Ort bieten inzwischen das gleiche Service-Angebot, zusätzlich ist eine Online-Verwaltung möglich. Daneben besteht bei ihnen jedoch meist die Möglichkeit, auch offline, in der Filiale, den Zahlungsverkehr zu steuern, Kontoauszüge auszudrucken und Überweisungen mit einem Überweisungsträger oder an einem Terminal, auch außerhalb der Öffnungszeiten vorzunehmen.

Bargeldlose Zahlungen vor Ort, zum Beispiel an einer Supermarktkasse, erfolgen mit Hilfe der Girokarte, die auch dazu dient, am Geldautomaten Bargeld abzuheben. Nur noch wenige Filialbanken bieten alternativ zur Girokarte die einfache Bankkarte. Auf den ersten Blick ähnelt diese Servicekarte zwar der Girokarte, sie ist jedoch nur eingeschränkt nutzbar. So verzichtet sie auf eine Bezahlfunktion und lässt sich entsprechend ausschließlich zum Abheben von Bargeld, oftmals nur an den Geldautomaten des eigenen Filialnetzes, sowie für andere Serviceleistungen wie den Kontoauszugsdrucker und einem Bankterminal in der Bankfiliale nutzen.

Mit der Girokarte sind alle grundlegenden Serviceleistungen ebenfalls verfügbar. Außerdem kann ein Kontoinhaber mit ihr im Einzelhandel und überwiegend auch in der Gastronomie bezahlen sowie Bargeld an jedem Geldautomaten abheben. Diese Funktionen stehen über die Landesgrenzen hinaus, im gesamten europäischen Währungsraum zur Verfügung.

Bankkarte und Girokarte sind sogenannte Debit-Karten. Das heißt, mit ihnen steht nur Guthaben auf dem Girokonto zur Verfügung. Dieses beinhaltet einen optionalen Dispositionskredit oder geduldeten Überziehungskredit, die jedoch beide mit höheren Sollzinsen verbunden sind.

Alternativ ist das Girokonto auch mit einer Kreditkarte nutzbar. Diese gibt entweder die kontoführende Bank selber oder ein eigenständiges Kreditinstitut heraus. In beiden Fällen dient das Girokonto als Referenzkonto. Das heißt, die Bank sammelt Auszahlungen mit der Kreditkarte über den Monat und gleicht sie einmal monatlich, zu einem vertraglich vereinbarten Termin, ganz oder bei einer Kreditkarte mit Revolving Credit in Teilzahlungen, vom Girokonto aus. Eine Ausnahme bilden auch hier sogenannte Debit-Kreditkarten, die Zahlungen unmittelbar belasten, sowie Prepaid-Kreditkarten, welche der Karteninhaber durch Überweisung vom Girokonto auf das Kreditkartenkonto aufladen kann.


Wer benötigt ein Girokonto?

konto eröffnen

Das Girokonto ist als Dreh- und Angelpunkt für jegliche Finanzgeschäfte heutzutage fast unverzichtbar. Als Gehaltskonto bieten sich kaum mehr Alternativen, da Arbeitgeber wenig andere Möglichkeiten haben, Gehälter auszuzahlen. Gleiches gilt für Selbständige. Auch sie benötigen ein Girokonto, um Rechnungen zu bezahlen und Honorare oder andere Zahlungseingänge anzunehmen.

Ein Girokonto können bereits Kinder und Jugendliche nutzen, um ihr Taschengeld eigenständig zu verwalten. Mit einer einfachen Bankkarte haben sie und ihre Eltern die Sicherheit, dass junge Kontoinhaber nur über Beträge verfügen, die auch vorhanden sind.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, mehrere Girokonten gleichzeitig zu führen. Bei einer einzelnen Bank ist dies jedoch meist nur in Form von Unterkonten möglich, es lassen sich aber Konten bei verschiedenen Banken eröffnen. Dies ist zum Beispiel dann erforderlich, wenn neben einem Gehaltskonto eine Kreditkarte gewählt wird, die der Anbieter nur in Verbindung mit einem Girokonto bereitstellt.


Was kostet ein Girokonto?

Immer mehr Banken bieten ein kostenloses Girokonto. Das bedeutet in erster Linie, dass keine regelmäßigen, pauschalen Kontoführungsgebühren anfallen. Voraussetzung dafür ist üblicherweise ein regelmäßiger Zahlungseingang in von der Bank festgesetzter Mindesthöhe.

Das gratis Konto findet sich vor allen Dingen bei Direktbanken. Durch den Verzicht auf ein Filialnetz und die ausschließliche Online-Verwaltung halten sich die Kosten niedrig. Außerdem nutzen Banken das Gratis Girokonto als Marketinginstrument und verknüpfen es optional mit zusätzlichen, kostenpflichtigen Produkten, wie einer Kreditkarte oder verschiedenen Anlageprodukten.

Girokonten bei Filialbanken und Sparkassen sind dagegen häufig kostenpflichtig. Das heißt, eine monatliche Pauschale für die Kontoführung ist zu entrichten. Im Leistungsumfang unterscheiden sich diese kostenpflichtigen Girokonten kaum vom Konto ohne Gebühren. Dem Kunden der Filialbank steht jedoch, in Gestalt des Bankmitarbeiters, zu den Geschäftszeiten ein Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Außerdem können Kunden mit der Girokarte einer Filialbank an deren eigenen und an Geldautomaten kooperierender Banken kostenlos Bargeld abheben. Da Direktbanken mehrheitlich keine eigenen Geldautomaten betreiben und nur vereinzelt mit Filialbanken in einem Cashpool kooperieren, fallen bei vielen von ihnen durch das Abheben mit der Girokarte Gebühren für jede einzelne Transaktion an.

Eine sinnvolle Ergänzung zur Girokarte eines kostenlosen Kontos ist deshalb die oft ebenfalls kostenlose Kreditkarte. Mit ihr sind bei vielen Direktbanken Bargeldabhebungen zumindest im Inland meist kostenlos.


Wie findet man das passende Girokonto?

direktbank

Wer ein Girokonto eröffnen möchte, steht vor einer kaum überschaubaren Vielfalt von Angeboten. Verschiedene Merkmale sind für einen Konto Vergleich geeignet. So ist es zum Beispiel sinnvoll, die Kontoführungsgebühren gegenüber zu stellen. Entscheidend hierfür ist die Nutzung des Kontos. Als Gehaltskonto finden sich zahlreiche Anbieter kostenloser Girokonten, vor allen Dingen Online-Girokonten bei Direktbanken.

Wer sich für ein solches Girokonto entscheidet, muss jedoch bereit sein, einige wenige Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Hierzu zählen vor allen Dingen die Gebühren für Bargeldabhebungen am Automaten. Verschiedene Supermärkte bieten jedoch inzwischen die Möglichkeit, beim Bezahlen an der Kasse ab einem geringen Mindesteinkaufswert kostenlos Bargeld abzuheben.

Gerade für ältere Kunden ist häufig die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt zu einem Ansprechpartner vor Ort ausschlaggebend für eine Entscheidung. Insbesondere wer seine gesamten Bankgeschäfte einem Kreditinstitut anvertraut und eine persönliche Beratung bevorzugt, schätzt vielleicht einen Bankberater im Gegensatz zum anonymen Kontakt via Mail, Online-Chat oder Telefon-Hotline.

Auch unter Girokonten eines Typs, Konten bei Filialbanken und solchen von Direktbanken, finden sich entscheidungsrelevante Unterschiede. Unabhängig davon, ob Anbieter pauschalen Kontoführungsgebühren erheben, können Banken zum Beispiel Gebühren für einzelne Transaktionen berechnen.

Viele Bankkunden nutzen den bei regelmäßigem Zahlungseingang gewährten Überziehungskredit oder einen individuell vereinbarten Dispositionskredit, um kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Die Zinsen für erlaubte Überziehungen sind vergleichsweise hoch. Durchschnittlich steht der Dispozins bei knapp 10 Prozent p.a., dabei liegt die Bandbreite zwischen drei bis vier und mehr als 13 Prozent für den Dispo, sowie bis zu 18 Prozent für die geduldete Überziehung. Ein gründlicher Vergleich kann sich hier schnell bezahlt machen.

Außerdem unterscheiden sich Girokonten durch mit dem Konto optional verbundene Zusatzleistungen wie eine Kreditkarte, die weitere Bezahlmöglichkeiten bietet und vor allen Dingen für den Einsatz auf Reisen im außereuropäischen Ausland geeignet ist. Zur Auswahl stehen hier VISA und Mastercard. Viele Direktbanken bieten auch die Kreditkarte kostenlos an. Das heißt, die Bank berechnet keine pauschale Jahresgebühr. Für einzelne Transaktionen können jedoch Gebühren anfallen, die sich von Bank zu Bank ebenfalls unterscheiden. Gleiches gilt für den Kreditzins bei Kreditkarten, die mit einem revolvierenden Kredit verbunden sind.

Als besonderen Anreiz für eine Kontoeröffnung oder einen Kontowechsel bieten einige Banken die Eröffnungsprämie in Form einer einmaligen Gutschrift, oder alternativ Sachprämie.


Wie eröffnet man ein Girokonto?

Wie ein Girokonto eröffnet wird, hängt in erster Linie ebenfalls davon ab, auf welche Art Bank die Wahl fällt. Wer sich für eine Filialbank oder lokale Volksbank beziehungsweise Sparkasse entscheidet, kann das Konto persönlich vor Ort beantragen, wobei ihn ein Filialmitarbeiter durch den kompletten Vorgang der Kontoeröffnung begleitet.

Ein Girokonto bei einer Direktbank lässt sich hingegen meist ausschließlich online beantragen. Die Möglichkeit eine Kontoeröffnung online durchzuführen besteht allerdings auch bei den meisten Filialbanken.

Die Online-Eröffnung ist denkbar einfach. Auf Vergleichsportalen ist es in einem ersten Schritt möglich, die Konditionen der einzelnen Anbieter einander gegenüberzustellen, sie zu vergleichen und so das individuell beste Konto auszuwählen. Anschließend finden sich auf den Internetseiten der einzelnen Banken alle erforderlichen Formulare, entweder zum Download oder als Online-Formular.

Die Unterlagen werden online oder offline ausgefüllt und elektronisch versandt, oder ausgedruckt und auf dem Postweg verschickt. So ist ein neues Girokonto binnen weniger Tage eröffnet.

Voraussetzung für den Abschluss ist jedoch die persönliche Authentifizierung des zukünftigen Kontoinhabers. Für diese ist der Abgleich mit einem gültigen Ausweisdokument, Personalausweis oder Reisepass erforderlich. Bei der Kontoeröffnung in einer Filialbank vor Ort geschieht dies unkompliziert durch Vorlage des Ausweises und Abgleich durch einen Bankmitarbeiter.

Für die Authentifizierung bei einer Online-Kontoeröffnung bieten sich zwei verschiedene Varianten.

Authentifizierung via PostIdent

Das PostIdent-Verfahren ist seit vielen Jahren ein bevorzugtes und erprobtes Werkzeug, um aus der Ferne, ohne persönlichen Kontakt, einen zukünftigen Kunden zu authentifizieren und legitimieren. Die Bank beauftragt hierbei einen Postmitarbeiter, in ihrem Namen festzustellen, ob es sich bei der Person, welche einen Antrag auf Eröffnung eines Kontos einsendet, tatsächlich um die im Antrag genannte handelt.

Die online verfügbaren Unterlagen beinhalten zu diesem Zweck einen sogenannten PostIdent-Coupon. Diesen muss der Kunde in einer Postfiliale vorlegen und sich gegenüber dem Mitarbeiter ausweisen, welcher die Ausweisdaten abgleicht und in das Formular übernimmt.

Erreicht der PostIdent-Coupon gemeinsam mit den Antragsformularen die Bank, kann diese das Konto eröffnet. Alle erforderlichen Unterlagen und mit dem Konto verbundenen Bezahlkarten erreichen den Neukunden innerhalb weniger Tage auf postalischem Wege.

Authentifizierung im VideoIdent-Verfahren

Immer mehr Banken bieten alternativ zum PostIdent das komfortable und schnelle VideoIdent. Im Anschluss an den Versand aller Online-Formulare erhält der Kunde eine Transaktionsnummer, mit deren Hilfe er ein Video-Telefonat zu einem von seiner Bank beauftragten Dienstleister herstellt.

Im Laufe dieses Gesprächs lässt sich der Mitarbeiter den Ausweis vorzeigen und gleicht ebenfalls die personenbezogenen Daten ab. Damit sind auch in diesem Falle alle erforderlichen Formalitäten abgeschlossen und das Girokonto kann eröffnet werden.


Fazit

Das Girokonto ist zur Teilnahme am modernen Zahlungsverkehr unverzichtbar. Gehaltszahlungen zu beziehen und finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, ist heute ebenso fast ausschließlich bargeldlos möglich, wie auch alltägliche Zahlungen in weiten Teilen mit den zu einem Girokonto gehörenden Karten, der Girokarte und Kreditkarte, erfolgen.

Girokonten finden sich im Angebot lokaler Filialbanken und von ausschließlich online arbeitenden Direktbanken. Im Leistungsumfang differenzieren sich Konten der verschiedenen Anbieter nur unwesentlich. Unterschiede finden sich jedoch sehr wohl in der Kostenstruktur. Neben vollständig kostenlosen Girokonten gibt es solche mit einer pauschalen, monatlichen Kontoführungsgebühr, aber auch welche, die nur auf den ersten Blick gratis sind aber Gebühren für einzelne Transaktionen oder zusätzliche Leistungen, wie zum Beispiel eine Kreditkarte erheben.

Welches Konto das Beste ist, kann ein Interessent nur mit Bezug auf die individuellen Anforderungen an ein Girokonto entscheiden. Ein persönlicher Girokonto Vergleich über eine der zahlreichen Online-Plattformen ist die geeignete Möglichkeit, relevante Merkmale zu recherchieren und vergleichen.

Ein Girokonto zu eröffnen, egal ob als Online-Konto oder Konto bei einer Filialbank, ist eine unkomplizierte Aufgabe, die vor Ort oder im PostIdent und VideoIdent leicht zu bewältigen ist.

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