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Fonds


fonds testSpare in der Zeit, dann hast Du in der Not“ – das alte Sprichwort beschreibt sehr plastisch, wie die meisten Menschen denken und handeln: regelmäßig ein paar Euro vom Gehalt zur Seite zu legen, ist fester Bestandteil der Lebensplanung.

Der durchschnittliche erwachsene Österreicher bringt es so auf ein beeindruckendes Durchschnittsvermögen von rund 200.000 Euro (Stand: Oktober 2018). Den meisten „kleinen“ Sparern ist dabei bewusst, dass Geld unter der Matratze oder auf dem Gehaltskonto wohl kaum gut aufgehoben ist. Zinsen bietet weder die eine, noch andere Methode. Im Gegenteil, Geld verliert auf Dauer durch Inflation an Wert in Form von Kaufkraft.

Gerade weil klassische Anlageformen wie das Sparbuch oder die kapitalbildende Lebensversicherung in den letzten Jahren zunehmend an Renditechance eingebüßt haben, suchen Durchschnittsverdiener nach geeigneten Alternativen, um ihr Erspartes sicher und nach Möglichkeit gewinnbringend zu investieren.

Fonds, genauer gesagt Investmentfonds, sind eine zunehmend beliebte Anlagemöglichkeit, die angemessene Renditen bei geringem Aufwand und überschaubarem Risiko versprechen.


Rendite, Verfügbarkeit und Risiko

Jede Anlage lässt sich zumindest oberflächlich anhand dieser drei Merkmale beurteilen und mit Alternativen vergleichen. Auf den ersten Blick zählt für einen Großteil der Anleger vor allen Dingen die Rendite. Wer Geld anlegt, erhofft sich naturgemäß hohe Zinserträge. Bei genauerer Betrachtung sind Traumrenditen jedoch, wenn überhaupt, nur durch Einschränkungen in anderen Merkmalen der Anlage zu erzielen. Wer auf höhere Zinsen hofft, muss zum Beispiel meist in Kauf nehmen, dass Anlagebeträge über längere Zeit gebunden sind. Alternativ erkaufen Anleger hohe Renditen mit einem erhöhten Risiko.

Hochspekulative Anlagen, wie zum Beispiel einzelne Aktien oder Wertpapiere, können grundsätzlich beeindruckende Gewinne erzielen. Bei ihnen besteht jedoch ein deutliches Verlustrisiko. Ohne entsprechende Kenntnisse gleicht das Spekulieren am Aktienmarkt damit einem Roulette-Spiel.

Kurz gesagt: das seriöse Anlagemodell, was maximale Renditen erwirtschaftet, ohne dabei Risiken zu beinhalten und zusätzlich einen Anlagebetrag für den Anleger jederzeit verfügbar hält, kann es niemals geben. Jedes Investment beinhaltet immer eine individuelle Betonung eines der drei Faktoren.


Was ist ein Fonds und wodurch zeichnet er sich aus?

aktien

Wird von Fonds als Anlagemodell gesprochen, ist genauer ausgedrückt von Investmentfonds die Rede. Der Fond ist für sich genommen ein unspezifischer Geldmittelbestand.

Investmentfonds sind Kapitalanlagen, bei denen sich mehrere Anleger als Gruppe zusammenschließen, natürlich auch ohne sich persönlich zu kennen oder dass es eine Begegnung gibt. Aus diesem charakteristischen Merkmal ergeben sich für jeden einzelnen Anleger deutliche Vorteile gegenüber einem Einzelinvestment:

  • Die gemeinsam deutlich größere Anlagesumme lässt sich auf unterschiedliche Werte verteilen (Diversifikation).
  • Durch eine größere Anzahl an Transaktionen sinken die Transaktionskosten für den Einzelnen (Skaleneffekt).
  • In der Gruppe ist es mit überschaubaren Kosten für den einzelnen Anleger möglich, einen Investmentmanager zu beauftragen.

Investmentfonds lassen sich in erster Linie in zwei Klassen unterteilen:

Offene Investmentfonds

Offene Investmentfonds bieten Anlegern größere Flexibilität. Üblicherweise kann eine Einlage täglich vom Herausgeber gekauft, an ihn zurückgegeben oder verkauft werden. Die Zahl der Anteilseigner ist beim offenen Investmentfonds unbeschränkt. Kommen neue Anleger hinzu oder erweitern sie ihre Einlage, kauft das Fondsmanagement einfach Werte hinzu.

Geschlossene Investmentfonds

Geschlossene Fonds versprechen eine höhere Rendite, sind jedoch im Gegenzug mit einem höheren Risiko verbunden. Der geschlossene Investmentfonds verfügt über eine begrenzte Zahl an Anteilen oder festgelegte Kapitalsumme. Wurden alle Anteile vergeben oder die angestrebte Kapitaleinlage erreicht, schließt eine Kapitalanlagegesellschaft den Fonds. Die Laufzeit ist als Haltedauer festgelegt. Anschließend wird das Anlageobjekt verkauft, der Fonds aufgelöst und Verkaufserlös anteilig, abhängig von einer individuellen Einlage, an die Anleger ausgezahlt. Anteilseigner sind beim geschlossenen Investmentfonds rechtlich betrachtet Gesellschafter mit den damit verbundenen Risiken.


Anlageklassen

Neben den Unterschieden in seiner Grundstruktur des Investmentfonds unterscheiden sich einzelne Fonds vor allen Dingen in ihrer Art der in ihnen zusammengefassten Finanzprodukte.

Aktienfonds

Aktienfonds investieren vorrangig in Aktien. Die Gestaltungsbandbreite ist dabei groß. Fonds können nationale sowie internationale Aktien beinhalten, einzelne Regionen abbilden, sich auf Branchen beschränken oder einen ausgewählten Aktienindex nachbilden.

Aktienfonds lassen sich auch anhand von Risikoklassen unterscheiden. Hier gilt, wie für Einzelanlagen, dass mit dem Risiko die Renditechance steigt. Insgesamt sind Aktienfonds jedoch weniger riskant als Einzelwerte. Da sie unterschiedliche Wertpapiere vereinen, können Gewinne einzelner Titel Verluste anderer ausgleichen und in der Summe eine positive Rendite bilden.

Besonders beliebt zeigen sich seit einiger Zeit börsengehandelte ETF Fonds, die als Indexfonds in ihrer Zusammensetzung aus Wertpapieren einen ausgewählten Aktienindex nachbilden und unabhängig von einer Investmentgesellschaft am Sekundärmarkt zu erwerben sind.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren in Anleihen. Hierbei kann es sich um Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen handeln. Im Gegensatz zu Aktien bringen Anleihen eine festgelegte Rendite, über einen zum Anlagezeitpunkt festgelegten Zeitraum. Rentenfonds bieten im Vergleich zu klassischen Aktienfonds ein geringeres Risiko bei durchschnittlich niedrigerer Rendite. Als besonders sicher gelten auf Staatsanleihen basierende Rentenfonds.

Immobilienfonds

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Immobilienfonds investieren das Anlagevermögen vorrangig in Immobilien. Maßgeblich unterscheiden lassen sich hier offene und geschlossene Immobilienfonds. Offene Immobilienfonds sind in der Zahl der Anteile und dem Zugang neuer Anleger nicht beschränkt. Gleiches gilt für die Anzahl finanzierter Immobilien. Mit neu hinzugewonnenem Investmentvermögen finanziert die Fondsgesellschaft immer neue Projekte. Anleger können ihre Anteile zurückgeben und sich so vom Herausgeber auszahlen lassen, oder sie verkaufen die Anteile an andere Anleger.

Geschlossene Immobilienfonds wurden auf die Finanzierung eines einzelnen Projektes ausgerichtet. Die Gesamtanlagesumme oder Zahl der Anteile ist begrenzt. Sind sie erreicht, erfolgt die Schließung des Fonds und eine Umsetzung des geplanten Projektes. Eine Rückgabe ist bis zum Ende einer vereinbarten Laufzeit, nach deren Erreichen der Fond aufgelöst wird, ausgeschlossen.

Mischfonds

Mischfonds vereinen unterschiedliche Anlageklassen in einem Fonds. Sie können aus einer Auswahl von Aktien, Rentenpapieren, Rohstoffen, Edelmetallen sowie Immobilien zusammengesetzt sein und verteilen so das Risiko, sowie die Renditechancen noch breiter, als Fonds der einzelnen Anlageklassen.

Dachfonds

Mit Dachfonds investieren Anleger in eine Auswahl von eigenständigen Investmentfonds. Durch qualifiziertes Fondsmanagement ist es so möglich, die Vorzüge einzelner Fonds in einem Fonds zu vereinen. Als Superfonds sind Dachfonds bekannt, die zusätzlich in Wertpapiere, Aktien oder Anleihen investieren.


Was ist ein Investment Sparplan?

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Investmentfonds sind nicht nur für zahlungskräftige Anleger geeignet. Mit einem Investment Sparplan, dem sogenannten Fondssparen, ist es auch möglich, einen geringeren monatlichen Betrag in offene Investmentfonds zu investieren, welche sich langfristig durch Renditemöglichkeiten profitabel zeigen.

Nur ein Teil aller Investmentfonds sind jedoch sparplanfähig. Außerdem ist bei einem Sparplan unbedingt zu bedenken, dass dessen Verwaltungsgebühren die Rendite schmälern können. Aus diesem Grund eignen sich Indexfonds für Sparpläne besonders gut. Als passiv gemanagte Fonds erzeugen sie im Vergleich zu ihren Alternativen nur geringe Verwaltungskosten.

Bei Sparplänen steigt die Nachfrage an, da sie deutlich weniger den Risiken der Kursschwankung unterliegen. Für einen festgelegten monatlichen Sparbetrag werden Fondsanteile gekauft. Abhängig vom aktuellen Kurs sind dies Mal mehr oder weniger Anteile. Durch den Cost-Average-Effekt soll das Risiko überteuert zu kaufen, geringer sein als bei einer Einmalanlage.

Außerdem zeigen sich psychologische Vorteile: Anleger reagieren bei Entscheidungen im Rahmen eines Sparplans erfahrungsgemäß weniger emotional auf Kursschwankungen, als bei einer Einmalanlage.


Wie findet man den passenden Investmentfonds?

Für die Auswahl des passenden Investmentfonds sind drei individuelle Faktoren ausschlaggebend:

  • Anlagesumme
  • Anlagehorizont
  • Risikobereitschaft

Wie viel Geld dem Anleger zur Verfügung steht, über welchen Zeitraum er bereit und in der Lage ist, darauf zu verzichten und welches Risiko einzugehen er bereit ist, entscheidet über eine eventuell zu erzielende Rendite und beschränkt die Auswahl an geeigneten Fonds.

Aktienfonds sind abhängig von Börsenkursen. Entsprechend zeigen sich die Renditechancen, aber auch Risiken. Eine Anlage ist bereits mit niedrigen Summen möglich. Um Kursschwankungen auszugleichen und insgesamt eine gute Rendite zu erzielen, sollten Anleger einen größeren Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren einkalkulieren.

Rentenfonds, vor allen Dingen solche, die eine Einheit aus Staatsanleihen bilden, bieten potentiell eine hohe Sicherheit. Die Renditen sind aktuell jedoch entsprechend minimal. Ausländische Staatsanleihen, sowie Unternehmensanleihen können höhere Erträge erwirtschaften. Hinter derartigen Anleihen verbirgt sich allerdings im Gegenzug wieder ein höheres Risiko, zudem unterliegen sie zusätzlich dem Währungsrisiko.

Immobilien nennen Anleger sprichwörtlich „Betongold“, wegen der allgemein positiven Bewertung von Immobilien werden sie als Anlage geschätzt. Insgesamt verzeichnen Immobilienfonds eine stabile Wertentwicklung. Jedoch sind zusätzlich Immobilien, wie Aktienkurse, Wertschwankungen ausgesetzt und Immobilienfonds damit alles andere als risikolos. Besonders riskant sind in diesem Sinne geschlossene Immobilienfonds, deren Rendite am Erfolg eines einzelnen Projektes hängt.

Zur Bewertung eines Investmentfonds gelten weitere Merkmale:

  • Performance
  • Gesamtkostenquote
  • Volatilität
  • Sharpe Ratio
  • Alpha

Die Performance beschreibt rückblickend die Entwicklung eines Investmentfonds über einen festgelegten Zeitraum. Auch wenn sich daraus keine zwingende Regelmäßigkeit schlussfolgern lässt, ist doch zum Beispiel zu bewerten, wie Fonds sich auch in Krisenzeiten entwickeln.

Die Verwaltung eines Investmentfonds erzeugt Kosten, welche von den Anlegern zu tragen sind. Geldmarktfonds sind mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden, wogegen aktiv gemanagte Fonds durchaus Aufwendungen von mehr als zwei Prozent erzeugen können. Die Kosten sind in einem Fonds-Vergleich als Gesamtkostenquote (TER) angegeben.

Mit seiner Volatilität gibt ein Fondsvergleich die Schwankungsbreite der Rendite über einen begrenzten Zeitraum an. Je höher die Volatilität, desto größer der Abstand zwischen höchster und niedrigster Rendite im beobachteten Zeitraum. Bei der Auswahl zwischen einzelnen Fonds aus dem gleichen Segment mit aktuell gleicher Rendite ist eine möglichst geringe Volatilität von Vorteil.

Eine Sharp Ratio gibt an, in wie weit die Rendite eines Investmentfonds jene einer risikofreien Anlage übertrifft. Eine Sharp Ratio unter null ist ein Hinweis darauf, dass die Rendite unterhalb der einfachen, risikolosen Verzinsung am Geldmarkt liegt. Angestrebt ist ein Wert von eins und darüber. Ein positives Alpha beschreibt ein Benchmark des Fonds, also eine Wertentwicklung oberhalb des Vergleichsindex.


Wie sicher gelten Fonds?

Kapitalanlagegesellschaften als Herausgeber von Investmentfonds werden in Österreich von der Finanzmarktaufsicht beobachtet. Außerdem unterliegen sie im europäischen Wirtschaftsraum der gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung. Das heißt, Anlagebeträge sind auch in Extremfällen, wie der Insolvenz einer Kapitalmarktgesellschaft, abgesichert. Eine Garantie für Renditen gibt es dagegen natürlich keine.


Wie verläuft der Kauf von Fondsanteilen?

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Der Aktienhandel ist für viele Sparer ein Buch mit sieben Siegeln. Zwar bedarf auch die Auswahl des passenden Investmentfonds einiger theoretischer Auseinandersetzung mit dem Themen Geldanalgen und dem Aktienmarkt, insgesamt ist es jedoch für den Laien deutlich einfacher, in Fonds zu investieren als eigenständig Aktien zu kaufen.

Die Grundlage für den Kauf von Fondsanteilen bildet die Eröffnung eines Aktiendepots bei einer Bank. Sowohl Filialbanken als auch Direktbanken verfügen über ein entsprechendes Angebot.

Die Fondsanteile an sich lassen sind auf unterschiedlichem Wege käuflich. Eine Order kann direkt gegenüber dem Herausgeber des Fonds, der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) erfolgen. Auf diesem Wege entfallen Ordergebühren, Investmentgesellschaften berechnen jedoch häufig einen sogenannten Ausgabeaufschlag, welcher die Verwaltungskosten abdeckt.

Wer selber die Auswahl eines geeigneten Fonds scheut, kann einen Broker in Gestalt eines sogenannten Robo-Advisors nutzen. Diese kostengünstige Alternative zu einem persönlichen Vermögensberater, der für Kleinanleger kaum rentabel ist, nutzt standardisierte Fragebögen, um ein Risikoprofil des Anlegers zu erstellen und darauf basierend Empfehlungen für eine Investition auszusprechen, oder sogar mit Vollmacht eigenständig zu kaufen und verkaufen.


Fazit

Geld anlegen ist für viele Menschen ein sensibles Thema. Einerseits träumt jeder kleine Sparer von hohen Renditen, die aus dem Ersparten ohne Zutun auf Dauer ein Vermögen bilden, das individuelle Wünsche realisieren hilft oder zum Beispiel den Lebensabend absichert. Andererseits fehlt es den meisten Kleinanlegern am erforderlichen Know How, um den Vermögensaufbau vollständig selbst durchzuführen und auch höher spekulative Anlagen zu verwalten. Einfache, konservative und sichere Anlagen, wie das gute alte Sparbuch, sind heute jedoch kaum mehr in der Lage, zumindest die Verluste durch Inflation aufzufangen.

Wer nicht Zeit und Muße besitzt, Börsennachrichten zu studieren, Aktienempfehlungen zu analysieren und eigenständig Wertpapiere zu kaufen und verkaufen, der findet in Investmentfonds eine Möglichkeit, von höheren Renditen zu profitieren und in eine Entscheidung festzulegen, wie viel Risiko er dafür in Kauf nimmt.

Gerade als längerfristige Anlage bieten Aktienfonds gute Erträge und lassen sich mit wenig Aufwand abschließen. Als Fondssparplan sind sie für Sparer geeignet, denen regelmäßig nur ein kleinerer Betrag für Investitionen in die finanzielle Zukunft zur Verfügung steht.

Online-Vergleichsportale bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Depot-Anbieter zu vergleichen und anschließend auf die Suche nach passenden Fonds zu gehen. Als Vorteilhaft können sich die günstigen Gebühren von passiven Indexfonds erweisen.

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