Gleiche Handschrift

Bombenbastler schlug zweimal zu!

Streng geheim, weil zumindest politisch hochbrisant: Ein und derselbe Rohrbombenbastler dürfte vor sieben Wochen die Welser Volksbank und vor sechs Tagen die Vöcklabrucker Freiheitlichen terrorisiert haben. Die beiden Drohbriefe tragen die gleiche Handschrift, die in die linke Ecke weist: Sie fordert Freiheit für RAF -Terroristen!

Der heute am Urfahraner Jahrmarkt auftretende FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat deshalb bereits einen Misstrauensantrag gegen ÖVP-Innenminister Günther Platter angekündigt. „Seit diese Rute im Fenster steht, klappt aber die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Terrorismusbekämpfung hervorragend“, sagt Oberösterreichs FP-Chef Lutz Weinzinger, dessen Vöcklabrucker Ortsparteiobmann Johannes Winter sich jedoch über seine blauen Granden wundert: „Ich habe die Rohrbombe zwar gefunden, aber mit mir haben beide bis heute nicht geredet.“

Die 60 Zentimeter lange Bombenattrappe mit Zündkabeln und ohne Sprengstoff lag Mittwoch vor dem Vöcklabrucker Haus Hinterstadt Nr. 14, das einer Burschenschaft gehört, die Freiheitliche beherbergt. Diese fanden Dienstag im Briefkasten eine Patrone mit dem Bekennerschreiben, das dem Welser Drohbrief gleicht: „Tod den Nazi-Parteien“ heißt es darin ebenso wie „Freiheit für die RAF“. Und: „Wir werden weiter Widerstand leisten!“

Auch ein Serientäter riskiert nicht viel: Ihm drohen höchstens sechs Monate Haft wegen Vortäuschung strafbarer Handlungen.

 

 

 

Foto: Horst Einöder

Sonntag, 09. Mai 2021
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