23.02.2007 13:34 |

Verheerende Flut

Hochwasser in Bolivien fordert dutzende Tote

Verheerende Überschwemmungen haben in Bolivien bisher mindestens 35 Menschen das Leben gekostet. Insgesamt seien in dem südamerikanischen Land 350.000 Menschen obdachlos geworden oder hätten ihr Hab und Gut bei den Unwettern im Zusammenhang mit dem Klimaphänomen El Niño verloren, berichteten örtliche Medien am Freitag.

Die Behörden befürchteten den Ausbruch von Seuchen, das bolivianische Gesundheitsministerium zählte bisher mehr als 200.000 Fälle von Durchfall- und Atemwegerkrankungen. 300 Fälle von Dengue- Fieber wurden bekannt. Das Wetterphänomen El Niño wird alle vier bis fünf Jahre durch eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans ausgelöst.

Besonders betroffen sind die Regionen Santa Cruz und Beni an der Grenze zu Brasilien. Die Stadt Trinidad ist nach den Regenfällen der vergangenen Wochen von der Außenwelt abgeschnitten. In der nordöstlichen Amazonasregion Beni, die von der Landwirtschaft abhängig ist, kamen rund 22 100 Rinder um. Felder wurden vernichtet. Der Gesamtschaden in Landwirtschaft und Infrastruktur beläuft sich dort auf mehr als 20 Millionen Dollar (rund 15,2 Millionen Euro). Die Vereinten Nationen riefen zur Hilfe auf: für die Opfer würden mindestens 9,2 Millionen Dollar benötigt.

"Laut Wettervorhersagen ist das Schlimmste noch nicht eingetreten, da bis Mitte März die Wasserpegel der Flüsse Mamoré in Beni und Orthon in Pando noch gefährlich ansteigen", schrieb der bolivianische Botschafter in Deutschland, Walter Magne Veliz, in einem offenen Brief und rief zu Spenden auf. "Die Menschen müssen gezwungenermaßen über die Folgen des Klimawandels nachdenken."

Militärflugzeuge aus dem benachbarten Peru und aus Venezuela brachten nach Medienangaben rund 20 Tonnen Nahrungsmittel und Medikamente nach Bolivien, das zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas zählt. Am Freitag seien Rettungshubschrauber aus Argentinien in den Regionen Beni, Santa Cruz und Tarija gelandet, um Menschen in Sicherheit zu bringen.