22.01.2007 14:06 |

Gefesselte Leiche

Halbnackte, tote Frau: Es war ihr Ehemann!

Der oberösterreichische Ex-Häftling Arno R. hat am späten Sonntagnachmittag gestanden, seine 47-jährige zweite Ehefrau Cornelia vor drei Tagen in einer Gartenhütte in Steyr erwürgt zu haben. Er habe sich gedemütigt gefühlt und letztendlich die Nerven verloren, weil ihm die Frau seinen hohen Alkoholkonsum immer wieder vorgeworfen hatte.

Die 47-jährige Frau war in der Nacht auf Sonntag nach einem Hinweis der Ex-Frau des Mannes von der Polizei entdeckt worden. Bei ihr hat sich Arno R. telefonisch gemeldet und erzählt, dass er seine jetzige Ehefrau vor drei Tagen in einer Gartenhütte in der Kleingartensiedlung Münichholz erwürgt habe. Die Ex-Frau verständigte daraufhin sofort die Polizei. Die Beamten durchsuchten die Gartenhütte, wurden aber zunächst nicht fündig.

Der Tatverdächtige wurde daraufhin nach dem Verbleib seiner Gattin befragt. Dabei verstrickte sich der Mann in widersprüchliche Angaben, was die Ermittler dazu veranlasste, die Gartenhütte und den Garten nochmals zu durchsuchen. Unter einer Abdeckplane der Veranda entdeckten sie schließlich die Leiche der Frau. Die Hände waren am Rücken gefesselt, zudem war sie nur mit einem Pyjamaoberteil bekleidet, so die Polizei.

Täter bei Gartenhütte beobachtet
Der Ehemann wurde wegen dringenden Tatverdachts festgenommen.  "Meine Frau ist auf Kur", versuchte er betrunken weiszumachen. Erst am späten Nachmittag legte er ein Geständnis ab, nachdem er sich wiederholt in Widersprüche verwickelt hatte. Ein Nachbar hatte den mutmaßlichen Täter zudem zum fraglichen Tatzeitpunkt bei der Gartenhütte beobachtet.

Schon einmal fast zum Mörder geworden
Schon in der Nacht zum 2. April 1996 wäre Arno R. fast zum Raubmörder geworden: Nach einem Ehestreit hat er seine Wut bei einem Überfall abreagiert, stach einem Uni-Assistenten beim niederösterreichischen St. Valentin mit einem Messer in den Bauch und warf ihn aus dem Auto. Der Mann überlebte, R. wurde verurteilt.

Als er im März 2005 in Garsten entlassen wurde, lernte der inzwischen geschiedene Ex-Häftling in Steyr die Wirtin des Cafs "Tratscherl" kennen und lieben: Das Paar heiratete, der neue Wirt war bald sein bester Gast, weshalb es oft Streit gab. Auch in jener stürmischen Nacht, als "Kyrill" übers Land fegte: Die Frau wurde danach in ihrem Blockhaus in Münichholz mit Zurrbändern gefesselt und erdrosselt, ihre halbnackte Leiche vom Bett in die Veranda geschleppt und mit einer Plane zugedeckt.

Von Richard Schmitt und Krone.at

Samstag, 15. Mai 2021
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