17.12.2017 08:23 |

Neuer Finanzminister

Hartwig Löger: Dieser Mann soll die Steuern senken

Eigentlich nur die zweite Wahl und obendrauf einen politischen Quereinsteiger macht der künftige ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz zu Österreichs Finanzminister: UNIQA-Chef Hartwig Löger (52) wird die türkis-blauen Budgets verhandeln und Mittel und Wege zur Steuersenkung finden müssen.

Löger wollte eigentlich Pilot werden, scheiterte an einer Verletzung, kam zufällig in die Versicherungsbranche und machte dort Karriere. In der Innenpolitik fiel der zweifache Vater bisher nicht auf - aber in der Sportpolitik, und die dürfte ihm zur Ministerehre verholfen haben: 2014 löste Löger den Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner als Präsident der Sportunion ab. Das ist einer der drei großen Breitensport-Dachverbände - den Statuten nach parteiunabhängig, aber von den Spitzenfunktionären her fest in ÖVP-Hand.

Zweite Wahl
Justizsprecherin Michaela Steinacker ist eine von Lögers Vizepräsidentinnen - und das war zuvor Bettina Glatz-Kremsner. Die Casinos-Managerin hat sich Kurz als stellvertretende ÖVP-Chefin und auch ins Koalitions-Verhandlungsteam geholt - und er hätte ihr auch gerne das Finanzressort übertragen. Sie sagte aber ab, und so beerbt jetzt Löger Hans Jörg Schelling, der seinen Posten eigentlich gern behalten hätte.

"Fixier dich nicht zu früh"
"Bleib offen für Themen, die auf dich zukommen, und fixier dich nicht zu früh", lautet ein Ratschlag, den Löger in einem - auf der Internet-Plattform Whatchado veröffentlichten - Interview für Jugendliche parat hat. Als Lehre aus seinem Lebensweg, der ihn an die Spitze des Versicherungskonzerns UNIQA führte - und jetzt sogar in die Bundesregierung.

Zufällig in Versicherungsbranche gelandet
Studium hat Löger keines absolviert. Nach der Matura am Stiftsgymnasium Admont ging der 1962 geborene Obersteirer, der in Selzthal aufwuchs, zum Bundesheer, als ersten Schritt für seinen Traumberuf Pilot. Eine schwere Knieverletzung beendete diesen Traum allerdings, er musste aussteigen - und landete zufällig in der Versicherungsbranche: zunächst ganz unten, im Verkauf bei einem Maklerunternehmen in Wien.

Nebenbei absolvierte er Universitätslehrgänge an der Wiener Wirtschaftsuniversität, auch einen internationalen Managementlehrgang an der Uni St. Gallen - und arbeitete sich nach oben, über den Verkaufsleiter Steiermark bei der Allianz-Versicherung und den Vertriebsleiter bei der Donau-Versicherung bis in die Geschäftsführung der UNIQA. Seit 2016 trägt er dort als Vorstandsvorsitzender die Gesamtverantwortung für rund 5000 Mitarbeiter, die rund 3,5 Millionen Kunden betreuen.

FPÖ-Mann Fuchs wacht über Finanzminister
Löger zur Seite stehen wird Hubert Fuchs. Ihm kommt die klassische Aufpasser-Aufgabe in einer Koalition zu. Er überwacht als Staatssekretär für die Freiheitlichen die Tätigkeit des künftigen Finanzministers. Da der ÖVP auch das Kanzleramt zufällt, ist Fuchs' Job einer der wichtigeren für die FPÖ.

Zumindest fachlich sollte der 48-jährige Salzburger aus St. Johann im Pongau kaum scheitern: Er hat ein Betriebswirtschaftsstudium in Wien und ein Jusstudium in Salzburg jeweils mit Doktorgrad abgeschlossen. Zudem ist er seit etlichen Jahren in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder standespolitisch tätig. Sein Geld verdient er zu einem kleineren Teil als Nationalratsabgeordneter, zu einem größeren als Steuerberater.

Alle Infos über die neue Regierung und ihre Minister finden Sie hier!

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