05.01.2007 15:52 |

Kino für zu Hause

Der perfekte Klang für Heimkino-Anlagen

Der schönste Film nützt wenig, wenn im Wohnzimmer so gar kein Kino-Feeling aufkommen will. Schuld sind oft schlecht positionierte Boxen und Subwoofer, die Kinogenuss auf auditiver Ebene unmöglich machen. Krone.at hilft dir durch den Stereo/Surround-Sound/THX-Dschungel und zeigt dir, wie du das ultimative Hörerlebnis in dein Wohnzimmer zauberst.

Grundsätzlich gilt: Zwei getrennte Boxen - links und rechts aufgebaut - stehen für Stereo-Sound und versprechen einen großen Fortschritt gegenüber Mono. Damit ist zumindest möglich, Geräusche, Sprache und Musik aus jener Richtung wahrzunehmen, aus der sie im Film ungefähr kommen sollten.

Wem das nicht genug ist, der sollte sich eingehend mit den verschiedenen Verfahren des Digital-Tons beschäftigen. Für Hörgenuss in Dolby Digital werden bis zu sechs einzelne Boxen benötigt, plus Subwoofer. Digital Theatre System (DTS) ist im Heimkino-Bereich ebenfalls vertreten, es erlaubt höhere Datenübertragungsraten als Dolby Digital. Ob der Klang allerdings wirklich besser ist, darüber lässt sich streiten. Sowohl Sony Dynamic Digital Sound (SDDS) als auch THX (Tomlinson Holman eXperiment), als Qualitätsstandard bei Lucasfilm (Star Wars) entwickelt, sind im Heimkino-Bereich kaum verbreitet und daher eher für Profis interessant.

Das Equipment
Eine vernünftige Heimkino-Anlage besteht aus einem Decoder, der den Ton von DVD oder TV entschlüsselt, Boxen, einem Verstärker und einem Subwoofer. Dazu kommen jede Menge Kabel.

Grundregel für den Boxenkauf: Die Größe der Lautsprecher sollte der des Raumes angepasst sein. Riesige Boxen haben in kleinen Räumen keinen Sinn, umgekehrt füllen Mini-Lautsprecher naturgemäß keine Hallen. Auswahl gibt es wie Sand am Meer, zu überlegen ist, welcher Raumton gewünscht wird (Stereo-Sound oder Digital-Ton) und wie viele Boxen dazu nötig sind beziehungsweise in den Raum passen.

Um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen, sollte man sämtliche Boxen bei einem Hersteller kaufen. So ist garantiert, dass alle gleich kalibriert, miteinander kompatibel und aufeinander ausgerichtet sind.

Akustik für Anfänger
Räume mit kahlen Wänden neigen zu Klang-Reflexionen, dazu tragen Boxen bei, die zu nahe an der Wand platziert sind. Diese Nähe betont außerdem tiefe Frequenzen überdurchschnittlich. Weder direkt hinter noch seitlich neben einem Lautsprecher sollte sich eine Wand befinden, da der Schall sonst verfremdet wird. Dem entgegenwirken kann man mit Raumfüllern wie Bücherregalen, Polstermöbeln, Vorhängen oder Teppichen.

Auch der Fußboden kann Schwierigkeiten machen. Neigt dieser dazu, Schwingungen zu übertragen (einfach festzustellen mit kurzem Stampfen), leitet er auch die Schallwellen. Gumminoppen für den Boden und Spikes für Teppiche können dem Nachschwingen ein Ende bereiten. Sie federn die Schwingungen ab und verhindern so unerwünschte Töne.

Wohin mit Boxen und Subwoofer?
Die Lautsprecher sollten idealerweise den Raum, in dem Filme gesehen werden, einschließen - und zwar möglichst symmetrisch, egal ob kreisförmig oder rechteckig. Ist das nicht möglich sind Boxen vonnöten, bei denen sich jede einzelne kalibrieren lässt. Nur so kann harmonischer Klang entstehen. Beim Stereo-Sound kann ein merkwürdiges Gefühl entstehen, weil der Ton auf einer Seite zu stark oder zu schwach scheint. Beim Surround-Sound verschiebt sich der Klang außerdem von vorne nach hinten oder umgekehrt.

Oft sind die Funktionen der verschiedenen Lautsprecher konfigurierbar. Die mittleren Lautsprecher sind beim Digital-Ton jedoch meist für die Sprachwiedergabe zuständig. In ihrer Nähe sollte der Subwoofer platziert werden. Subwoofer geben tiefe Frequenzen wieder, die meisten davon sind für Menschen nicht hörbar. Die Positionierung des Subwoofers sollte man dennoch nicht dem Zufall überlassen. Vor einer endgültigen Entscheidung sollte er quer durch den Raum an verschiedenen Orten aufgestellt werden. Schon eine geringe Veränderung kann sich entscheidend auswirken, denn die Töne werden sehr wohl wahrgenommen.

Die hinteren Lautsprecher sollten den Zusehern im Rücken etwas Luft lassen. Wenn die vorderen Boxen groß sind, reichen hinten kleinere Versionen aus - außer Liebhaber der Mehrkanalmusik wünschen die Benützung der Anlage. Wichtig ist die Reihenfolge, in der die Geräte verbunden werden - die jedoch variiert bei den Herstellern und ist am besten der Gebrauchsanweisung, kompetenten Verkäufern oder einschlägigen Foren zu entlocken. Mit diesem Wissen steht dem unbeschwerten Klanggenuss im eigenen Heimkino nichts mehr im Wege.

Von Bernadette Geißler

Sonntag, 20. Juni 2021
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