Mo, 18. Juni 2018

Polizeibus zerfetzt

31.07.2017 16:33

Amokfahrt mit 200 km/h hinterlässt "Schlachtfeld"

Folgenschwere Amokfahrt in Niederösterreich: Ein Pkw-Lenker rastete nach dem Zusammenstoß mit einem Motorrad völlig aus und stieg aufs Gas - er flüchtete mit Tempo 200 vor der Polizei, fuhr in Kreisverkehren links, bei Rot über Kreuzungen und raste schließlich in eine Straßensperre. Die Bilanz: Der 52-jährige Amoklenker und eine Frau wurden lebensgefährlich verletzt, ein Polizist trug Blessuren davon, sechs Autos wurden demoliert. Laut Polizei dürften dem Vorfall psychische Probleme zugrunde liegen.

Ausgangspunkt des dramatischen Geschehens war ein Beinahe-Unfall mit Fahrerflucht auf der A2, der eine Fahndung nach sich zog. Ein Motorradfahrer - ein Polizeibeamter außer Dienst - hatte angezeigt, dass er kurz nach 7.30 Uhr in Fahrtrichtung Wien kurz vor der Stadtgrenze von einem Fahrzeug beinahe seitlich touchiert worden war, einen Zusammenstoß aber gerade noch verhindern habe können. Der Autofahrer hielt aber nicht an, vielmehr raste er laut Polizei mit seinem orangefarbenen Auto mit über 200 km/h über die S1 und die A4. Versuche der Autobahnpolizei und des Stadtpolizeikommandos Schwechat, ihn zu stoppen, scheiterten.

Irrsinnige Überholmanöver
In der Folge verließ der Verdächtige - es handelt sich um einen 52-Jährigen aus der Steiermark - die A4 bei Fischamend und flüchtete weiter auf der B9. Dabei bretterte er mit mehr als 140 km/h durch Ortsgebiete, berichtete Polizeisprecher Johann Baumschlager. In Schwechat jagte der Pkw-Lenker bei Rotlicht über eine Kreuzung, Richtung Fischamend fuhr er in Kreisverkehren nach links! Die Polizei spricht von irrsinnigen Überholmanövern auf dem Weg nach Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha).

"Wie auf einem Schlachtfeld"
In Maria Ellend versuchten die Beamten noch eine Straßensperre aufzubauen - zu spät. Mit der nächsten Sperre auf der Pressburger Straße in Hainburg, bei der ein Polizeibus quer über die Straße gestellt wurde, wollte man die Wahnsinnsfahrt beenden. Unbeeindruckt raste der Amoklenker dort in die Autokolonne - die komplette Front des Polizeibusses wurde dabei abgerissen und zur Seite geschleudert.

Danach streifte der Fahrer auch noch mehrere weitere stehende Fahrzeuge, ehe er frontal gegen das Heck einer 46 Jahre alten Autolenkerin prallte. Nach dem Unfall "sah es wie auf einem Schlachtfeld aus", sagte der Sprecher.

Ein Beamter wurde von umherfliegenden Autotrümmern am Bein verletzt, die 46-Jährige und der Raser trugen lebensgefährliche Verletzungen davon. Jetzt ermittelt die Mordkommission.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung/krone.at

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