Di, 20. November 2018

Strenge Regelung

12.01.2017 14:38

Graz: Wer nicht geimpft ist, bekommt keinen Job

95 Prozent der Europäer sollen gegen die Masern geimpft sein - das ist zumindest jener Wert, den die Weltgesundheitsorganisation anstrebt. Allerdings ist man davon noch weit entfernt. Schlimmer noch: In den vergangenen Jahren stieg laut Experten die Impfskepsis sogar noch an. In Graz kommt man dem Vorhaben der WHO entgegen: Fehlt ein Nachweis über Masern- und Rötelnimmunisierung, bekommt man weder an der Uniklinik einen Job, noch einen Platz als Medizinstudent.

Derzeit betrage die Durchimpfungsrate in Österreich etwa 87 Prozent, in Tirol in manchen Bezirken nur knapp mehr als 70 Prozent, wie Experten im Zuge einer Impfkonferenz in Innsbruck bekannt gaben. Zu diesem Anlass wurde auch über die verpflichtende Auflage diskutiert, Krankenhauspersonal nur noch dann einzustellen, wenn entsprechende Einträge in den Impfpässen nachgewiesen werden können.

Masern keine Kinderkrankheit
Das werde - nach Graz - bald in ganz Österreich Standard sein, wie Andrea Grisold von der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin sagte. Sie wirft Impfgegnern vor, Verschwörungstheorien zu verbreiten. Die Verunsicherung, die sie dadurch erzielten, führe zu einer steigenden Impfskepsis, weniger Leute ließen sich impfen.

Reinhard Würzner von der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie sagte, dass Masern eben keine Kinderkrankheit, sondern nach wie vor gefährlich seien. Entgegen der manchmal vorhandenen Meinung, eine Maserninfektion würde das Immunsystem stärken, schwäche sie dieses in Wahrheit. Die Intensität bei einer Ansteckung sei tausendmal stärker als bei der Impfung. Die Impfung ist außerdem kostenlos, sagte Würzner.

FPÖ: "Impfpflicht diskriminierend"
"Die Diskriminierung jener Personen, denen ein Studienplatz in Graz wegen fehlender Masern- oder Rötelnimpfung vorenthalten wird, ist völlig inakzeptabel und wird auch einer rechtlichen Bekämpfung nicht standhalten", so FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein. Die FPÖ bekenne sich zu den Impfplänen sowie zur Impfung als sinnvolles Mittel der Prävention, "eine Impfverpflichtung lehnen wir jedoch ab".

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.