So, 23. September 2018

Kärnten Inoffiziell:

04.10.2016 21:00

Entenhausen am Wörthersee

Wieder wurde bewiesen: Wenn man etwas an sich lobenswertes so richtig verbocken will, ist man in Kärnten genau richtig. Jüngstes Beispiel: die Eintragungsmöglichkeit in eine angeblich transparente Warteliste für Motorbootlizenzen auf Wörther-, Ossiacher- und Millstätter See. Rund 6500 Einträge gab es bis gestern Mittag. Und jetzt wird’s lustig.

Das Land hat auf jegliche Kontrollmechanismen verzichtet. Und weil Geständnisse in Mode sind (Fragen Sie Harald Dobernig) geben auch wir kleinlaut zu: Donald Duck braucht keine Motorboot-Lizenz. Das war nur der "inoffizielle" und höchst erfolgreiche Versuch (Platz 2471), das System des Landes zu täuschen und zu hintergehen.

Daher kann wohl gesagt werden: Die 6500 Interessierten sind den Speicherplatz nicht wert, den sie einnehmen. In Zukunft muss bei jeder anstehenden Lizenzvergabe geprüft werden, ob der Antrag ernst gemeint und echt ist.

Abgesehen davon hat das Land auf ein Körberlgeld verzichtet. Hätte man Einträge auf die Warteliste kostenpflichtig gemacht, um 100 Euro verlangt, wären Schmäheintragungen ausgeblieben und wahre Motorboot-Fans würde der Hunderter nicht weh tun. Landesjurist Albert Kreiner: "Das hat uns die Verfassungsabteilung verboten."

Der zuständige Landesrat Rolf Holub ist selbst nicht glücklich, wie das gelaufen ist. Holub: "Die Vielzahl der Eintragungen freut mich nicht." Wer sind denn die Erstgereihten? "Das können wir aus Datenschutzgründen nicht bekannt geben", so der Landesrat. Also mit der Transparenz ist es nicht weit her.

Dass bereits eine Minute nach Beginn der Eintragungsfrist Hunderte ihr Interesse deponiert hatten, begründen Kreiner und Holub mit dem leistungsfähigen Computersystem: "Innerhalb einer Sekunde konnten 1000 Anträge entgegen genommen werden." Weniger hudeln wäre wohl gescheiter gewesen.

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