Mi, 24. Oktober 2018

Putsch-Nachwehen

04.10.2016 08:13

12.800 türkische Polizisten vom Dienst suspendiert

Zweieinhalb Monate nach dem gescheiterten Militärputsch sind in der Türkei 12.800 Polizisten vom Dienst suspendiert worden. Wie die Polizeiführung am Dienstag mitteilte, werden ihnen Verbindungen zu dem Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen, der für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht wird. Unter den Suspendierten seien mehr als 2500 Führungskräfte, hieß es.

Insgesamt gibt es in der Türkei etwa eine Viertelmillion Polizisten. Nach dem Putschversuch Mitte Juli waren zuvor bereits rund 100.000 Staatsbedienstete in Militär, Verwaltung, Polizei und Justiz entlassen oder suspendiert worden. Etwa 32.000 Menschen wurden inhaftiert.

Ausnahmezustand um drei Monate verlängert
Am Montag hatte die Regierung in Ankara beschlossen, den seit Mitte Juli geltenden Ausnahmezustand im Land um weitere 90 Tage zu verlängern. Vom 19. Oktober an gelte der Ausnahmezustand für weitere 90 Tage, teilte der stellvertretende Regierungschef Numan Kurtulmus nach einer Kabinettssitzung mit.

Seit dem Putschversuch am 15. Juli geht die türkische Führung unter Staatschef Recep Tayyip Erdogan mit großer Härte gegen Regierungsgegner vor. Zehntausende Angestellte des öffentlichen Dienstes wurden beurlaubt oder entlassen, weitere Zehntausende Verdächtige inhaftiert.

Die Razzien richten sich vor allem gegen vermeintliche oder tatsächliche Anhänger des in den USA lebenden Predigers Gülen, den Erdogan beschuldigt, Drahtzieher des Umsturzversuches gewesen zu sein.

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