11.08.2006 11:49 |

Vertrauensindex

Van der Bellen am vertrauenswürdigsten

Nach dem deutlichen Vertrauensverlust im Juni als Folge der BAWAG/ÖGB-Krise haben sich im August die Werte für alle Politiker wieder verbessert. Das zeigt der aktuelle APA/OGM-Vertrauensindex für Bundespolitiker. Interessant ist, dass sieben Wochen vor der Nationalratswahl der beginnende Wahlkampf bei den Vertrauenswerten "noch keine deutlichen Auswirkungen zeigt", so OGM-Experte Peter Hajek.

"Vertrauen Sie xy oder vertrauen sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht", lautete die Frage von OGM in 500 Telefoninterviews. Aus den beiden Werten wird dann der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird.

Den höchsten Vertrauenswert der Spitzenkandidaten weist Grünen-Chef Van der Bellen mit 28 Prozent (+ 3 Prozentpunkte gegenüber Juni) auf, gefolgt von ÖVP-Obmann Schüssel mit 13 Prozent (+ 2 Punkte) und SPÖ-Vorsitzenden Gusenbauer mit 1 Prozent (plus 5 Punkte). Im Minusbereich rangieren Hans-Peter Martin mit minus 20 Prozent (kein Vergleichwert), FPÖ-Obmann Strache mit minus 45 Prozent (minus 1 Prozentpunkt) und BZÖ-Obmann Westenthaler mit minus 46 Prozent (minus 3).

Schüssels Vertrauenswerte "bescheiden"
Die schlechten Werte für Strache, Westenthaler und Martin ergeben sich laut Hajek daraus, dass alle drei Kandidaten "sehr spezifische Wählergruppen ansprechen". Anders ist dies bei Schüssel und Gusenbauer, "denn da geht es um das Kanzleramt, wofür eine breite Vertrauensbasis bei den Wählern notwendig ist". Hajek: "Für einen amtierenden Bundeskanzler sind Schüssels Vertrauenswerte allerdings bescheiden".

Große Verluste für Grasser
Das deutlichste Minus im aktuellen Vertrauensindex - nämlich 10 Punkte - musste Finanzminister Grasser hinnehmen. Hajek: "Die Yacht- Reise ist doch nicht gänzlich spurlos an ihm vorbeigegangen."

Dienstag, 22. Juni 2021
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