"Unannehmbar"
Erdogan wettert bei Chile-Besuch über die EU
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Staaten Westeuropas vorgeworfen, Flüchtlinge an ihren Grenzen abzuweisen. "Sie schließen ihre Tore, wir dagegen machen sie auf", sagte Erdogan laut Medienberichten vom Mittwoch während eines Besuchs in Chile.
"Ein Verständnis, nach dem Grenzen für Investitionen, Güter und Energie geöffnet, für Menschen in Lebensgefahr aber geschlossen werden, ist für uns unannehmbar", fügte er hinzu. "Ist Deutschland etwa ärmer als wir? Ist Frankreich etwa ärmer als wir?"
Die Europäer hätten die syrische Flüchtlingskrise lange nur aus der Ferne betrachtet, doch nun sei die Krise bei ihnen selbst angekommen, sagte der türkische Präsident. "Jetzt fangen sie an zu schreien und sagen: 'Die sollen nicht zu uns kommen'."
Erdogan kritisierte, die Türkei habe bisher nur wenig finanzielle Unterstützung zur Versorgung der rund 2,5 Millionen syrischen Flüchtlinge im Land erhalten. Ankara habe bislang mehr als 8,2 Milliarden Euro für die Flüchtlinge ausgegeben, aber nur 380 Millionen Euro an ausländischer Unterstützung empfangen.
EU sagte Türkei drei Milliarden Euro zu
Die EU hatte der Türkei Ende November wegen der Flüchtlingskrise drei Milliarden Euro Finanzhilfe zugesagt. Österreich soll der EU-Kommission zufolge 57 Millionen Euro beitragen. Ankara fordert nun jedoch zwei Milliarden Euro mehr, wie am Wochenende bekannt wurde.
Die Türkei ist das wichtigste Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Die EU will Ankara mit der Finanzhilfe dazu bewegen, ihre Grenzen in Richtung Europa besser zu sichern und durch die Türkei gereiste Flüchtlinge wieder aufzunehmen.












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