02.10.2015 17:15 |

Mindestens elf Tote

Taliban: Haben US-Militärmaschine abgeschossen

Die radikalislamischen Taliban haben nach eigener Darstellung im Osten Afghanistans ein US-Militärflugzeug abgeschossen. Die "Mudschaheddin" der Taliban hätten die Transportmaschine des Typs Lockheed C-130 Hercules in Jalalabad vom Himmel geholt, sagte am Freitag der Sprecher der Bewegung, Zabihullah Mujahid.

Bei dem Abschuss der Maschine seien 15 ausländische Soldaten und "eine Reihe" weiterer Streitkräfte getötet worden, hieß es in der Stellungnahme, die der Sprecher auf Twitter veröffentlichte.

USA sprechen von elf Toten bei Absturz
Zuvor hatte ein US-Militärvertreter erklärt, dass beim Absturz einer Transportmaschine in Jalalabad elf Menschen getötet worden seien, darunter sechs US-Soldaten. Bei den anderen Opfern handelte es sich demnach um zivile Mitarbeiter der NATO-Ausbildungsmission "Resolute Support". Die NATO selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Umständen des Absturzes. Die Taliban sind dafür bekannt, bei Angriffen die Zahl der Todesopfer zu hoch anzugeben.

Polizei: "Werden die Taliban finden und töten"
Unterdessen vermeldeten afghanische Sicherheitskräfte die vollständige Rückeroberung der nördlichen Provinzhauptstadt Kunduz. "Unsere Sicherheitskräfte sind in ganz Kunduz aufgestellt", sagte Polizeisprecher Sajed Sarwar Hassaini. "Wir suchen in den Gassen der Stadt und in Wohnhäusern nach Taliban. Wir werden sie finden und töten." Die Sicherheitskräfte seien in allen Vierteln der Stadt präsent. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erklärte allerdings, in den Krankenhäusern sei die Belegschaft wegen der Kämpfe noch nicht zurückgekehrt, es herrsche ein akuter Mangel an Personal und medizinischen Gütern.

Amnesty: Kinder mussten mögliche Opfer ausfindig machen
Amnesty International warf den Taliban vor, mit Morden an Zivilisten, Gruppenvergewaltigungen, Entführungen und dem Einsatz von Todesschwadronen in kürzester Zeit eine "Schreckensherrschaft" in der Stadt errichtet zu haben. Unter Berufung auf Augenzeugen und Bürgerrechtler erklärte die Menschenrechtsorganisation, die Islamisten hätten kleine Buben auf Erkundungstouren durch die Häuser geschickt, um potenzielle Opfer, vor allem Frauen, ausfindig zu machen. Familienangehörige von afghanischen Polizisten und Soldaten, darunter auch Kinder, seien gezielt ermordet, weibliche Verwandte vergewaltigt worden. Der afghanische Amnesty-Vertreter Horia Mosadik forderte die afghanischen Sicherheitsbehörden auf, die Bevölkerung besser zu schützen.

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