Mo, 25. Juni 2018

Rennspiel im Test

26.09.2014 14:58

"Forza Horizon 2": Only happy when it rains

Mit "Forza Horizon" hatte Microsoft im Herbst 2012 einen deutlich arcadelastigeren Ableger seiner populären Rennspielsimulation "Forza Motorsport" veröffentlicht. Jetzt, zwei Jahre später, folgt der Nachfolger. Gewohnt rasant geht es darin nicht nur auf der Xbox 360, sondern erstmals auch auf der Xbox One zur Sache. krone.at hat die NextGen-Version getestet.

Bildete im Vorgänger (siehe Infobox) noch die staubige Landschaft Colorados die Kulisse für das namensgebende Horizon-Rennfestival, geht es mit "Forza Horizon 2" nun in den sonnigen Süden Europas, wo es durch Städte wie Nizza oder Sisteron, über gewundene Küstenstraßen und an mediterranen Landstrichen vorbei geht.

Regen bringt grafischen Segen
Die Schauplätze sind, für die Serie typisch, gewohnt sehenswert, insbesondere auf der Xbox One, die das Renngeschehen in Full-HD auf den Bildschirm bringt. Für zusätzliche Hingucker sorgt das dynamische Wetter, das mit "Forza Horizon 2" seine Premiere feiert: Regenschauer, Nieselregen und Nebel schaffen eine verblüffend realistische Atmosphäre, sei es auf der Motorhaube oder dem Asphalt, wenn sich das Geschehen in den regennassen Straßen spiegelt. Auch am Lack der Boliden gehen die wechselnden Wetterbedingungen nicht spurlos vorüber. Unschön bleibt der aufgespritzte Gatsch an ihren Karosserien picken.

Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat dies freilich nicht, im Gegensatz zu Kollisionen mit Hindernissen und Gegnern. Je nach Einstellung ist der Schaden rein kosmetischer Natur oder sorgt dafür, dass Lenkung, Getriebe und Co. nach und nach ihren Dienst versagen. Individuell anpassen lassen sich auch die diversen Fahrhilfen und Assistenzsysteme, ebenso wie das fahrerische Können der Gegner.

Realistischere Gegner
Wie bereits in "Forza Motorsport 5" kommt in "Forza Horizon 2" das sogenannte Drivatar-System zum Einsatz, welches das Fahrverhalten echter Spieler analysiert und auf die virtuelle Strecke überträgt. Dies erlaubt nicht nur wesentlich realistischere Rennen als mit herkömmlichen KI-Gegnern, sondern sorgt auch für eine Extraportion Spaß, wenn unter den Namen der Gegner plötzlich jener eines Freundes auftaucht.

Über 200 Autos, 700 Events, 100 Stunden Spielzeit
Für "Forza Horizon 2" ebenfalls neu ist die Option, seinen fahrbaren Untersatz zu tunen. Die Anpassungsmöglichkeiten sind ebenso umfangreich wie der Fuhrpark selbst: Über 200 Autos – vom Kleinwagen bis zum Supercar – haben ihren Weg ins Spiel gefunden und warten darauf, erobert zu werden.

Um das zu bewerkstelligen, gilt es, sich anfangs mit einem BMW Z4, Toyota Supra RZ oder Chevie Camaro SS Coupé in eines von mehr als 700 Renn-Events zu stürzen. Vorsichtigen Schätzungen von Entwickler Turn 10 zufolge dürften für die Championships, Rundrennen, Sprints und Cross-Country-Races, in denen es querfeldein durch Weinberge und Co. geht, mehr als 100 Stunden Spielzeit benötigt werden.

Zusätzliche Herausforderung bieten 30 speziell auf bestimmte Autos zugeschnittene Challenges. In diesen darf man dann etwa schnellstmöglich mit einem Koenigsegg Agera durch die Radarfalle rasen oder sich mit einem Dodge Dart in großen Sprüngen üben. In den sogenannten Showdowns wiederum bestreitet man Wettrennen gegen außergewöhnliche Gegner wie eine Lokomotive oder ein Flugzeug.

Wer sich ohne Umweg über eine Lobby auf Knopfdruck ins Online-Getümmel stürzt, kann zudem neben freien Rennen und Events, die den Spieler von Ort zu Ort führen, auch Mitglied eines Autoklubs werden und sich in dieser Art Liga nach oben fahren oder auch einfach nur mit seinen PS-Brüdern und –Schwestern Auto-Designs austauschen.

Boni durch spektakuläre Fahrmanöver
Für Fahrmanöver, Sprünge und Drifts sammelt der Gamer während der Rennen Fertigkeitspunkte, mit denen als weiteres Novum wiederum Boni, sogenannte Perks, freigeschaltet werden können. Inspiriert von den Skateboardspielen der "Tony Hawk"-Serie, lassen sich die spektakulären Fahrstunts miteinander zu noch mehr Punkte einbringenden Kombo-Ketten kombinieren.

Wer vom Renn-Trubel die Nase voll hat und dem Bleifuß eine Pause gönnen möchte, darf aber auch gemächlich durch die wunderschöne Landschaft rollen und auf die Suche nach in Scheunen versteckten Auto-Schmuckstücken oder anderen Sammelitems gehen.

Vivaldi und Stromgitarren
Für die musikalische Untermalung sorgen drei verschiedene virtuelle Radiostationen, deren rund 150 Songs nahezu sämtliche Bereiche der Musik abdecken – von der Klassik mit Vivaldi und Wagner über Indie-Rock bis hin zu Drum and Bass. Wer genug vom Cruisen hat, kann sich jederzeit von der persönlichen Fahrassistentin "ANNA" via Kinect per Sprachbefehl die schnellste Route zum nächsten Ziel anzeigen lassen, wofür im Test allerdings mitunter mehrere Anläufe benötigt wurden.

Davon abgesehen bietet "Forza Horizon 2" nur wenig Anlass zur Kritik. Als nach wie vor überflüssig und teils auch nervig empfanden wir die etwas dümmliche Rahmenhandlung rund um das hippe Rennfestival. Auch fehlt es der Serie unserer Meinung nach etwas an virtuellem Dreck. Trotz vereinzelter Gatschspritzer wirkt die gesamte Hochglanz-Kulisse noch immer zu steril, um zu 100 Prozent authentisch zu sein. Dem gewohnt gut ausbalancierten Fahrspaß an sich tut dies allerdings keinen Abbruch.

Fazit: Wo "Forza" draufsteht, steckt Rennspaß drin. "Horizon 2" macht da keine Ausnahme und bietet anspruchsvolle Herausforderungen vor famoser Kulisse, die dank individueller Anpassungsmöglichkeiten Anfänger wie Profis gleichermaßen zufriedenstellen. Der große Fuhrpark, die zahlreichen Renn-Events und die offene Spielwelt mit ihren sehenswerten Wettereffekten tun ein Übriges, sodass "Forza Horizon 2" im bis dato eher trüben Herbst für Unterhaltung sorgt.

Plattform: Xbox One (getestet), Xbox 360
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 9/10

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