Bei der Präsentation des neuen Wohnbauprogrammes saßen im Rathaus Klagenfurt die Vertreter von drei Parteien an einem Tisch. Ronald Rabitsch (SP), Patrick Jonke (FSP) und Julian Geier (VP) sprachen über die Stadtentwicklung der Zukunft. Platz für 1300 neue Stadtwohnungen wäre da.
Dass so etwas in dieser Legislaturperiode noch einmal passiert, hätte keiner gedacht – drei Parteien gaben eine gemeinsame Pressekonferenz. Ronald Rabitsch (SP), Patrick Jonke (FSP) und Julian Geier (VP) sprachen über die Stadtentwicklung der Zukunft. „Klagenfurt wächst, der Bedarf an Wohnraum ist gegeben – 200 stadteigene Grundstücke wurden in den letzten Monaten auf ihre Nachverdichtungsmöglichkeiten analysiert.
95.800 Quadratmeter für Wohnraum verfügbar
„42 Projekte oder umgerechnet 95.800 Quadratmeter wurden gefunden, wo noch mehr Liegenschaften gebaut werden könnten“, sagt Rabitsch. „So könnten 1300 neue Stadtwohnungen errichtet werden. Der zusätzliche Wohnraum soll auf bestehenden, gewidmeten Liegenschaften – hauptsächlich im Bereich bestehender städtischer Wohnanlagen entstehen.“ Das Ganze ist eine Zukunftsprojekt, sollte in den nächsten 15 Jahren umgesetzt werden.
Eigener Bauträger der Stadt?
Rabitsch will noch heuer über die Immobilienverwaltung Klagenfurt des Wohnbaureferats einen eigenen Bauträger gründen, um von der Stadt aus selbst bauen zu können. „Nur fünf Prozent der 63.207 Wohnungen in Klagenfurt gehören der Stadt, 19,5 Prozent gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften. Diese Prozentzahl gilt es zu erhöhen. Ein stadteigener Bauträger könnte auch Kredite aufnehmen. Wohnungen sollen zu billigeren Preisen angeboten werden“, sagt der rote Vizebürgermeister. Dafür sollen die Stadt gewisse Grundstücke veräußern.
Derzeit kein Cent Förderung für Klagenfurt
Patrick Jonke: „1000 Wohnungsanträge liegen am Tisch. Wir wollen wachsen, müssen von den Überschriften weg und ins Tun kommen. Natürlich muss auch das Land mitspielen. Finanzreferentin Gaby Schaunig hat Klagenfurt keinen einzigen Euro Fördermittel zugesprochen. Wir sind nur auf der Warteliste. Gemeinsam mit gemeinnützigen Bauträgern wie dem Kärntner Siedlungswerk errichten wir derzeit in Welzenegg auf bestehendem Grund zusätzliche neue Wohnungen. Es wäre mehr möglich, wenn wir im Wohnbauförderungsprogramm des Landes Kärnten entsprechend berücksichtigt wären. Ohne die Kooperation mit dem Land ist es nicht möglich, gemeinnützig zu bauen“, stellt der für städtischen Wohnbau zuständige Vizebürgermeister klar.
Hohe Mietpreise zwingen zum Handeln
Klagenfurt ist die größte Zuzugsgemeinde Kärntens. Wir müssen auch die bestehenden Stadtwohnungen sanieren“, sagt VP-Stadtrat Julian Geier. „Viele werden noch mit Strom beheizt, gehören auf Fernwärem umgestellt. Zugleich stellt er als Liegenschafts-, aber auch als Wirtschaftsreferent fest, dass sich die steigenden Miet- und Strompreise belastend auf die Kaufkraft auswirken. „Bis vor wenigen Jahren hat die Miete ein Drittel des Einkommens ausgemacht, heute ist es viel mehr. Wenn man weitere verpflichtende Kosten wie Versicherungen etc. mitberechnet, bleibt wenig Budget für Freizeitaktivitäten oder einen Restaurantbesuch.“
Das ressortübergreifende Vorhaben soll auch ein Zeichen gegen die explodierenden Mietpreise in der Landeshauptstadt sein.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.