Die Insolvenzwelle erfasst Kärnten mit einem dramatischen Plus von 41 Prozent. Die „Krone“ spricht mit der Chefin des Alpenländischen Kreditorenverbandes über die Gründe.
Viele der betroffenen Unternehmen sind klein- und mittelständisch geprägt, leiden massiv unter den gestiegenen Kosten und haben keine finanziellen Reserven“, fasst Beatrix Jernej, Chefin des Alpenländischen Kreditorenverbandes in Kärnten, die Gründe für die massive Verschlechterung bei den Firmeninsolvenzen zusammen.
Denn allein im ersten Quartal hat es bereits 127 Unternehmen „erwischt“ – was einen Anstieg von 41,11 Prozent bedeutet! Trauriger Rekord auch bei jenen Konkursen, die mangels Masse abgewiesen werden müssen. Sie haben sich auf 63 verdoppelt und zeigen, wie mies manche Betriebe aufgestellt sind – sie haben nicht einmal 4000 Euro Vermögen, um die Kosten für ein Verfahren zu stemmen.
Die wirtschaftliche Unsicherheit aufgrund des Nahost-Konfliktes wird sich negativ auswirken.
Beatrix Jernej, Alpenländischer Kreditorenverband
Jernej befürchtet auch, dass die Lage nicht besser wird: „Die wirtschaftliche Unsicherheit aufgrund des Nahost-Konfliktes wird sich negativ auswirken, zunehmende steigende Kosten dämpfen auf allen Ebenen die Nachfrage.“ An den Branchen, die besonders betroffen sind, hat sich nichts geändert – nach wie vor ist der Bau besonders „wacklig“, gefolgt von Gastro und Tourismus.
Entspannung im Privatsektor
Wie schaut es bei den Privatinsolvenzen aus? Viel entspannter! Denn in den ersten drei Monaten gab es tatsächlich einen erfreulichen Rückgang um fast drei Prozent auf 151 Verfahren, auch die Schuldenregulierungen sind gesunken. „Die Kärntner Verbraucher haben schon in den letzten schwierigen Jahren mit steigender Arbeitslosigkeit gezeigt, dass sie mit Sparverhalten und Konsumzurückhaltung reagieren“, erklärt Jernej.
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