





Eine beeindruckende Tradition wird vor allem in Osttirol gepflegt: Bis zu zehn Meter hohe Heilige Gräber werden in den Kirchen aufgebaut – mit wechselnden Szenen.
Wenn es dunkel ist in der Kirche, wie am Karfreitagabend bei der Stationen-Andacht, und dann die Guggln leuchten – das wirkt gewaltig schön!“, schwärmt Michael Annewanter vom Obertilliacher Ostergrab.






In Tirol ist es Tradition, die religiös so bedeutsamen Szenen der Karwoche und vor allem der Auferstehung imponierend darzustellen. Dazu werden vor den Hauptaltären in den Kirchen Heilige Gräber aufgebaut.
Nach dem Weißen Sonntag, dem Sonntag nach dem Ostersonntag, wird das Ostergrab wieder abgebaut. Bis dahin ist die Auferstehung zu sehen.
Michael Annewanter, Post-Michl, Chronist von Obertilliach
„Bei uns werden die Statuen am Altar zusammengerückt, dann wird aus Holz das Ostergrab aufgebaut. So vier Meter hoch wird es schon sein“, schätzt Annewanter, der Chronist von Obertilliach in Osttirol. Josef Kramer aus Thaur bei Innsbruck hatte es 1843 gemalt. Es besteht aus der Rückwand sowie drei Rundbögen und zeigt in der Karwoche eine violette Wand, am Karfreitag und Karsamstag den im Grabe liegenden toten Jesus. Während der Auferstehungsfeier kommt es noch einmal zu einem Wandel des Motivs: Vor den Augen der Gläubigen in der Kirche wird ein großes Bild des auferstandenen Christus mit Siegesfahne vor dem toten Jesus hochgezogen. Diese Tradition macht die wesentlichste Glaubenswahrheit sichtbar, was heute noch imponiert und früher, als nicht jeder die Bibel lesen konnte, umso wichtiger war.
100 „Guggln“
„An den drei Rundbögen haben wir in Obertilliach etwa 70 Glaskugeln, auf Tillgarisch Guggln, 30 liegen am Boden, somit setzen 100 Guggln die Szenen in ein wunderschönes Licht“, so der als Post-Michl bekannte Chronist. Die Glaskugeln werden mit bunt gefärbtem Wasser gefüllt. „Hinter jeder Kugel steht ein kleines Kerzerl, das flackert. Eine tolle Sache!“
Nach dem Weißen Sonntag, dem Sonntag nach dem Ostersonntag, bauen sechs bis acht Obertilliacher das Ostergrab wieder ab. Bis dahin ist die imponierende Darstellung der Auferstehung zu sehen.
Wertvolles, zehn Meter hohes Heiliges Grab in Lienz
Auch in anderen Osttiroler Kirchen sind beeindruckende Ostergräber zu bestaunen: In St. Andrä in Lienz wird eine etwa zehn Meter hohe Kulisse aufgebaut. Am Gründonnerstag ist das Letzte Abendmahl zu sehen, am Karfreitag und Karsamstag die Ecce homo-Darstellung des dornengekrönten und gegeißelten Jesus, am Karsamstag und Ostersonntag die drei Frauen am Grab, am Ostermontag begegnet Christus als Gärtner der Maria Magdalena. Nicht zuletzt wegen der perfekten perspektivischen Malerei von Anton Zoller gilt dieses Heilige Grab als äußerst wertvoll.
Diese Volksfrömmigkeit gefiel Kaiser Josef II. natürlich nicht, er sprach sogar ein Verbot der Heiligen Gräber aus. Doch viele wurden erhalten und seit Jahrzehnten wird der Brauch den Menschen wieder immer wichtiger.
Ostereier und Süßigkeiten bringt der Osterhase, in manchen Gegenden auch die Himmelhenne. Wer genau die bunten Eier im Freilichtmuseum in Maria Saal versteckt hat, ist nicht bekannt. Kinder bekommen am Ostermontag aber beim Eingang einen Sammelbeutel, um die gefundenen Schätze sicher transportieren zu können. Ein Spaß für die ganze Familie von 10 bis 13 Uhr; 3 Euro pro Sammelbeutel.
Lei ja kan Mule nit!
Aufg’schaut! – Dieser warnende Ruf schallt am heutigen Ostersonntag in Zweinitz im Gurktal, wo von der Brinar Mühl’ weg über etwa fünf Kilometer die rote Eschenkugel in die Luft geworden und mit dem Kolben weitergeschlagen wird. Gespielt wird in Zweierteams gegeneinander. Wer die Kugel verfehlt oder nicht unter dem Zaun durchspielt, bekommt einen Mule; wer die meisten Minuspunkte hat, verliert das Spiel.
Offenes Singen beim Marterl
Wer Kärntner Lieder nicht nur gern hört, sondern auch mitsingen möchte, ist am Ostermontag, 6. April, beim Offenen Singen beim Marterl in Egg bei Drobollach richtig. Am Gretl-Komposch-Platz gibt Hedi Preissegger, die Tochter der Namensgeberin und langjährigen Leiterin des Grenzlandchores Arnoldstein, den Ton an. Das Singen beginnt um 14.30 Uhr.




Zum Emmausgang laden viele Kärntner Pfarren am Ostermontag ein: Der besinnliche Spaziergang durch die Natur hat biblische Wurzeln und erinnert an den Weg der nach dem Tod Jesu verzweifelten Jünger von Jerusalem nach Emmaus. Der auferstandene Christus schloss sich ihnen an, doch sie erkannten ihn zunächst nicht, sprachen über ihre Zweifel an der Auferstehung. Erst als er das Brot mit ihnen teilte, erkannten sie ihn.
Auswahl an Emmausgängen
In der Pfarre Karnburg beginnt der Emmausgang um 8 Uhr beim Pfarrhof Karnburg und führt nach St. Martin unterm Ulrichsberg, wo um 9 Uhr die heilige Messe gefeiert wird. In Krumpendorf führt der Emmausgang um 9 Uhr von der Christkönig-Kirche nach Pirk. Die Pfarre St. Martin am Techelsberg lädt zum Emmausgang zur Wallfahrtskapelle St. Josef im Forst/Josefikapelle ein, wo um 10 Uhr eine hl. Messe gefeiert wird.
In der Stiftspfarre Viktring führt am Ostersonntag um 13 Uhr ein meditativer Osterspaziergang mit Andachten von der Stiftskirche Viktring nach Straschitz zum Kristankreuz und retour.
Die Pfarre Villach-Maria Landskron lädt am Ostermontag zum Emmausgang von der Pfarrkirche (8.15 Uhr) zur Filialkirche St. Ruprecht (Gottesdienst um 9 Uhr) ein. In der Pfarre Maria Gail beginnt der Emmausgang um 9 Uhr bei der Auferstehungskapelle Kratschach und führt zur Filialkirche Drobollach (heilige Messe um 10 Uhr).
Der Emmausgang in St. Georgen am Längsee startet um 8 Uhr vor dem Stift St. Georgen am Längsee und endet um 9 Uhr mit einer heiligen Messe in der Wallfahrtskirche Maria Wolschart.
Der Emmausgang des Pfarrverbandes Feldkirchen führt von Tiffen-St. Margarethen (8.30 Uhr) zur Stadtpfarrkirche Maria im Dorn, wo um etwa 10.15 Uhr Gottesdienst gefeiert wird. Die Stadtpfarre St. Veit lädt um 9.30 Uhr zum Emmausgang vom Nußberg zur Filialkirche Lorenziberg (Messe um 10.30 Uhr).
Weitere Emmausgänge in der Region Mittelkärnten finden in St. Stefan bei Dürnstein (7 Uhr; von St. Stefan nach St. Jakob in der Wiegen, heilige Messe um 8.30 Uhr), Himmelberg (8 Uhr; von der Pfarrkirche Himmelberg zur Pfarrkirche Außerteuchen, Messe um 10.30 Uhr, Zeltschach (8 Uhr; von der Pfarrkirche Zeltschach zur Turnerkapelle und retour, Messe um 8.30 Uhr in Zeltschach), Steinbichl (9 Uhr; vom „Fuchsbauer“ zur Pfarrkirche Steinbichl, Messe um 10.30 Uhr) und Sirnitz (9.30 Uhr; vom Schleglkreuz zur Filialkirche St. Ruprecht ob Sirnitz, heilige Messe um 10.15 Uhr) statt.
Der Emmausgang der Stiftspfarre St. Paul im Lavanttal führt zur Wallfahrtskirche am Josefsberg (heilige Messen um 9 und 10 Uhr). Die Stadtpfarre Völkermarkt lädt um 9.45 Uhr zum Emmausgang von der ersten Station des Kreuzweges zur Kreuzberglkirche (Messe um 10 Uhr). In Pölling führt der Emmausgang um 14 Uhr vom „Gspitzten Kreuz“ in Lamm zur Filialkirche Tschrietes (Messe um 15 Uhr).
In der Pfarre Molzbichl startet der Emmausgang um 8.30 Uhr von der Pfarrkirche und führt zur Magdalenenkapelle in Baldersdorf, wo um 9 Uhr die heilige Messe gefeiert wird. Der Emmausgang der Pfarre Malta führt von der Pfarrkirche (Start: 9.30 Uhr) zur Filialkirche Dornbach (Messe um 10.45 Uhr).
Am Dienstag, 7. April, lädt die Pfarre Berg im Drautal zum Emmausgang von der Pfarrkirche Berg (Start: 9.15 Uhr) zur Filialkirche St. Athanas (heilige Messe um 10 Uhr) ein.
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