

Andreas Ernhofer war 17 Jahre, als er einen eigentlich harmlosen Kopfsprung in einen See machte. Noch im Wasser merkte er – die Beine reagieren nicht mehr, durch den Kontakt mit der Wasseroberfläche brach er sich einen Wirbel. 22 Jahre später schwimmt der Marchfelder in der Liga der ganz großen Schwimmtalente.
Kaum zu glauben, aber medizinisch nicht unmöglich: „Ich sprang von einem niedrigen Steg in einen See und bin in einem äußerst ungünstigen Winkel ins Wasser eingetaucht, habe den Boden aber nicht einmal berührt“, erinnert sich der Spitzensportler an den schicksalhaften Tag.


„Ich sprang in den See. Im Wasser spürte ich meine Beine nicht mehr.“
„Sport war schon immer ein Steckenpferd für mich – die Diagnose der Ärzte bezüglich bescheidener Besserungschancen machte mich umso mehr fassungslos: Ich spürte noch im Wasser meine Beine nicht mehr . . .“ Erst nach jahrelanger Therapie konnte Ernhofer seinen Siegeskurs im Wasser auf das Level bringen, auf dem er sich derzeit befindet: 21 heimische Rekorde, zwei Weltrekorde und Vizeweltmeistertitel in 150 Meter Lagen. „Bevor ich so weit kam, machte ich noch die Matura – und danach mein damaliges Hobby schließlich zum Beruf“, so der Marchfelder. „Und hier muss man nicht sehr viel in Hi-Tech-Equipment investieren – der Rollstuhl spielt nämlich höchstens beim Trainieren eine Rolle.“
Sightseeing mit Partnerin Lena, die bei den meisten Bewerben dabei ist
Dazwischen war dem Para-Schwimmer das Glück hold – und zwar in Form seiner Gattin Lena. Sie lernten sich nach dem Unfall kennen und lieben: „Ich bin dankbar, dass sie nicht nur die Anforderungen meiner Beeinträchtigug in Kauf nimmt, sondern auch, dass sie bei fast allen Bewerben mit dabei ist. Natürlich nützen wir die freie Zeit zum Erholen – in Australien gab es da genug zu erleben.“
Die sportlichen Erfolge des Schwimmprofis
Auf der anderen Seite der Erdkugel zeigte Ernhofer nun sein Können: Er holte beim hochkarätigen Weltcup an der legendären australischen „Gold Coast“ Spitzenplatzierungen. Besonders erfolgreich war der 28-Jährige in der 150-Meter-Distanz, wo er Gold holte und damit zwei australische Medaillengrößen auf die Plätze 2 und 3 verwies. Zurück in Europa dauerte es nicht lang, bis er wieder Hochform zeigte: Beim Weltcup in Lignano sicherte sich der Heeresleistungssportler drei Plätze auf dem Podest – und als Draufgabe „unterschwamm“ er mit 50,86 Sekunden als erster rot-weiß-roter Rollstuhlfahrer die bislang als gleichsam „magisch“ geltende 51-Sekunden-Marke.
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