Munter weiter dreht sich die Diskussion rund um die Causa „Augenarzt in Landeck“ in Tirol. Nun melden sich ein Ex-Funktionär der Ärztekammer für Tirol sowie die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) zu Wort.
„Da ich selbst 35 Jahre lang im Niederlassungsausschuss und Vorstand der Ärztekammer für Tirol tätig war, kenne ich die Abläufe genau und kann Folgendes nur nochmals bestätigen: Die Ärztekammer für Tirol schreibt in Absprache mit der Kasse eine Kassenstelle unmittelbar nach deren Kündigung aus. Die Kammer bemüht sich seit Jahrzehnten, nachrückende Kolleginnen und Kollegen für eine Kassenstelle zu motivieren“, sagt Arzt Erwin Zanier, der über viele Jahre hinweg diverse Funktionen innehatte.
Doch solange sich die Attraktivität dieser Stellen nicht grundlegend verbessere, „führt der Weg der jungen Ärzteschaft – vor allem im fachärztlichen Bereich – unweigerlich in die Wahlarzttätigkeit. Eine angemessene Honorierung ist nur ein Teilaspekt unter vielen Unwägbarkeiten, die man als Kassenmediziner in Kauf nehmen muss.“
Die ÖGK ist in allen Führungspositionen mit Funktionären besetzt, die von den politischen Parteien delegiert wurden.
Erwin Zanier, Arzt und Ex-Funktionär der Ärztekammer für Tirol
„Sie müssten Vertretern Auftrag erteilen“
Kammeramtsdirektor Günter Atzl habe bereits angedeutet, wer hier tatsächlich die Hebel in der Hand halte. „Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ist in allen Führungspositionen mit Funktionären besetzt, die von den politischen Parteien delegiert wurden. Im Hauptverband sind dies Andreas Huss (SPÖ) sowie Peter Lehner und Peter McDonald (ÖVP), in Tirol Bernhard Achatz und Werner Salzburger (beide ÖVP)“, zeigt Zanier auf. Wenn den politischen Parteien – allen voran ÖVP und SPÖ – „wirklich etwas an einer wohnortnahen Versorgung mit Kassenärzten gelegen wäre, müssten sie ihren Vertretern in der ÖGK nur den entsprechenden Auftrag erteilen“, betont der Tiroler.
Sollte die Stelle in Landeck nicht mit 1. April nahtlos nachbesetzt werden können, wäre das die einzige freie Augenarzt-Kassenstelle in ganz Tirol.
Das Presseteam der ÖGK
„Die Verwaltung ist an die Gesetze gebunden“
„Für uns“, betont die ÖGK, „gilt das Legalitätsprinzip. Das heißt: Die Verwaltung handelt auf Grundlage der Gesetze und ist an diese gebunden. In diesem Rahmen setzen wir laufend mit der Ärztekammer für Tirol Maßnahmen zur Attraktivierung der Kassenmedizin und somit einer wohnortnahen und lückenlosen Versorgung. Leider kann es dennoch immer wieder zu temporär unbesetzten Stellen kommen“.
Die Augenarzt-Stelle in Landeck wurde zum 31. März gekündigt, die Ausschreibung läuft bis 1. April. Diese Frist gilt es abzuwarten. „Wir stehen in Kontakt mit mehreren Augenärzten und arbeiten an einer Lösung, die Stelle schnellst- und bestmöglich nachzubesetzen, die Versorgung sicherzustellen.“
„Freie Stelle in Kitzbühel wird im April nachbesetzt“
Zum Besetzungsstand der augenärztlichen Facharztstellen möchte die ÖGK feststellen, „dass mit 1. April die freie Stelle in Kitzbühel nachbesetzt wird“.
„Sollte die Stelle in Landeck nicht mit 1. April nahtlos nachbesetzt werden können, wäre das die einzige freie Kassenarztstelle für Augenheilkunde und Optometrie in ganz Tirol“, so die Pressestelle.
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