So kam Steirerin heim

16 Stunden durch die Wüste: „Bin so erleichtert“

Steiermark
05.03.2026 13:30

Was als Traum-Urlaub in Dubai begann, wurde für Andrea Koller zu einer Odyssee: Über Abu Dhabi, Riad und London schaffte es die Steirerin Mittwochnacht zurück nach Österreich. Sie traf auf einen heiratswilligen Uber-Fahrer und musste 16 Stunden durch die Wüste fahren.

„Ist alles okay bei dir?“ – Zuerst konnte Andrea Koller die SMS ihrer Mutter nicht einordnen. Sie hatte bereits zwei wunderbare Urlaubstage in Dubai hinter sich. Doch am Samstag, als die USA und Israel ihren Angriff auf den Iran begannen, wurde alles anders. „Plötzlich haben alle Touristen nur noch aufs Handy geschaut.“

Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen zwar über ein gutes Drohnen- und Raketenabwehrsystem, das Wissen, dass es Angriffe aus dem Iran gibt, war aber „schrecklich“, so Koller. So wurde sie zum Beispiel um 0.30 Uhr in der Nacht via Handy-Alarm aus dem Schlaf gerissen. „Die Nachricht war auf Arabisch, wir hatten keine Informationen. Im Hotel sind viele mit Sack und Pack einfach raus.“

Zwei unbeschwerte Urlaubstage konnte Koller in den Emiraten verbringen.
Zwei unbeschwerte Urlaubstage konnte Koller in den Emiraten verbringen.(Bild: Koller/zVg)

Mit Uber nach Abu Dhabi, mit dem Bus nach Riad
Während der Großteil ihrer Reisegruppe in Dubai bleiben wollte, suchte Koller einen Weg, um so rasch wie möglich nach Hause zu kommen. „Ich habe von der Botschaft erfahren, dass es einen Bus von Abu Dhabi nach Riad (Saudi-Arabien, Anm.) geben soll.“ Vieles war aber ungewiss. Frühmorgens setzte sich die Steirerin dennoch in ein Uber-Taxi, um knapp zwei Stunden nach Abu Dhabi zu fahren. „Es gab kaum Verkehr. Der Uber-Chauffeur wollte mich dafür heiraten ...“

In Abu Dhabi standen dann gleich vier Busse bereit, dazu Botschaftsmitarbeiter mit rot-weiß-roten Westen und Soldaten des Bundesheer-Jagdkommandos. „Es war wirklich ein gutes Gefühl, dass sich jemand um uns kümmert“, lobt Koller die österreichischen Behörden. 

Botschaftsmitarbeiter mit rot-weiß-roten Westen organisierten den Buskonvoi.
Botschaftsmitarbeiter mit rot-weiß-roten Westen organisierten den Buskonvoi.(Bild: Koller/zVg)

Der Konvoi setzte sich dann in Richtung Riad in Bewegung – 16 Stunden quer durch die Wüste, dazwischen nur einige kurze Pausen an kleinen Raststationen. „Ich hatte zuerst ein mulmiges Gefühl als Frau in Saudi-Arabien, die Menschen waren aber sehr nett.“ Am letzten Teilstück fuhr Botschaftsmitarbeiter Johann Glatzl mit einem Auto mit Österreich-Flagge voraus. 

Pünktlich nach London abgehoben
In der saudischen Hauptstadt angekommen die nächste Unsicherheit: Kann der gebuchte Flug mit Saudia Airlines nach London abheben? Um 13.15 Uhr war es am Mittwoch aber pünktlich so weit. In der Nacht ging es schließlich von der britischen Hauptstadt nach Wien-Schwechat. „Dort stand dann Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Wir haben kurz gesprochen und sind uns in die Arme gefallen.“

Koller ist extrem erleichtert, wieder in Österreich zu sein. Die WhatsApp-Gruppe ihrer Reisegruppe verfolgt sie nach wie vor. Viele versuchen mittlerweile ebenfalls auszureisen, doch schaffen es aufgrund der knappen Plätze nicht. „Meine Entscheidung war sicher richtig.“ 

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