Deutsche Studie zeigt

Starkes Lohngefälle: Frauen selten Hauptverdiener

Wirtschaft
03.03.2026 11:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Anlässlich des Frauentags am 8. März steht die Woche ganz im Sinne von Gleichberechtigung. Ein Blick nach Deutschland zeigt: Noch immer sind Frauen selten die Hauptverdiener. Nur in jedem zehnten (!) Paarhaushalt erzielt die Frau ein höheres Einkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner.

Das strukturelle Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen zeigt sich besonders deutlich beim Einkommen. Nur in jedem zehnten Paarhaushalt (9,9 Prozent) erzielte die Frau ein höheres Nettoeinkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März mitteilte. Bei 55,8 Prozent der zusammenlebenden Paare war es umgekehrt und der Mann derch Hauptverdiener. In gut jedem dritten Fall (34,3 Prozent) lagen die Einkommen in etwa gleichauf.

Ohne Kinder fast gleichauf bei Einkommen
Als Haupteinkommensperson gilt, wer mit seinem persönlichen Nettoeinkommen 60 Prozent oder mehr zum Gesamteinkommen des Paares beiträgt. „Bei Paaren ohne Kinder im Haushalt ist das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern als Haupteinkommensbeziehende zwar weniger stark, aber immer noch deutlich“, stellten die Statistiker fest. In 11,4 Prozent dieser Paarhaushalte hatte die Frau das höhere Einkommen, in 50,1 Prozent der Mann. Bei 38,5 Prozent der kinderlosen Paare hatten beide ein in etwa gleich hohes Einkommen.

In Paarfamilien mit Kindern im Haushalt sind Frauen noch seltener die Hauptverdienerin: Hier liegt der Anteil bei nur 7,7 Prozent. In knapp zwei von drei Paarhaushalten mit Kindern (64,6 Prozent) war dagegen der Mann der Hauptverdiener. In 27,7 Prozent der Fälle hatten beide Partner ein ähnlich hohes Einkommen.

Mütter arbeiten häufiger in Teilzeit
Die Statistiker führten die größeren Einkommensunterschiede bei Paaren mit Kindern auch auf die unterschiedliche Erwerbstätigkeit zurück. „Mütter arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als erwerbstätige Frauen insgesamt“, hieß es. „Bei den erwerbstätigen Männern ist es umgekehrt: Hier arbeiten Väter sogar seltener in Teilzeit.“

Insgesamt hat sich die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bei den Einkommen in den vergangenen Jahren kaum verändert. Der Anteil der Hauptverdienerinnen etwa ist leicht gesunken – von 10,5 Prozent im Jahr 2021 auf 9,9 Prozent im Jahr 2025.

Merz: „Lifestyle-Teilzeit“
Erst im Jänner geriet der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz in starke Kritik, weil er laut eigenen Angaben die sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“ und den Wunsch nach einer Vier-Tage-Woche ablehnte. Kritiker bemängeln, dass das Problem damit nicht am strukturellen Ansatz ansetzt. Viele Frauen würden demnach gerne in Vollzeit arbeiten, könnten dies jedoch oft nicht, weil es etwa an passenden Betreuungsangeboten für Kinder fehlt.

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