Mahnender Weckruf

„Ohne Greißler stirbt das Herz eines jeden Dorfs“

Burgenland
22.02.2026 11:00

Im Burgenland sperren immer mehr Greißlereien zu. Der burgenländische Lebensmittelhandel fordert daher nun eine Neuauflage der Nahversorgerförderung.

Greißlereien, also kleine, meist familiengeführte Dorfläden, sind für das Leben in Gemeinden weit mehr als nur ein Ort zum Einkaufen. Sie sind sozial, wirtschaftlich und kulturell bedeutend: Erstens sichern sie die Grundversorgung direkt vor Ort. Das spart Wege in größere Städte und erhöht die Lebensqualität. Zweitens schaffen sie Arbeitsplätze und unterstützen oft regionale Produzenten. Und drittens sind sie ein beliebter Treffpunkt für Dorfbewohner. Das stärkt soziale Kontakte und die gesamte Dorfgemeinschaft.

Kein Wunder also, dass ihr Verschwinden häufig als Verlust von „Dorfleben“ empfunden wird. Im Burgenland spitzt sich die seit Jahren angespannte Lage weiter zu. Bereits in jeder dritten Gemeinde gibt es kein einziges Geschäft mehr. 14 Prozent der Burgenländer leben schon ohne Nahversorger im Ort – Tendenz steigend.

Im Burgenland gibt es immer weniger Greißlereien.
Im Burgenland gibt es immer weniger Greißlereien.(Bild: Reinhard Judt)

Druck auf kleine Händler und dringender Handlungsbedarf
Weil dieser Negativtrend auch Auswirkungen auf das Leben in den Dörfern hat, fordert der burgenländische Lebensmittelhandel nun eine sofortige Reaktivierung der Nahversorgerförderung. „Ohne gezielte Unterstützung wird sich der Rückzug der Nahversorgung weiter beschleunigen. Steigende Energiekosten, höhere Löhne und Preissteigerungen entlang der gesamten Lieferkette belasten die Betriebe. Parallel dazu verschärfen Diskonter und Onlinehandel den Wettbewerb. Besonders hart trifft es die, die ohnehin kämpfen“, mahnt Manfred Moyses, Obmann des Landesgremiums des Lebensmittelhandels.

Mit dem Auslaufen der Nahversorgerförderung im Vorjahr sei „ein entscheidendes Instrument weggefallen, das vielen Betrieben das wirtschaftliche Überleben sowie Modernisierungen überhaupt erst ermöglicht hat, so Moyses. „Seitens des burgenländischen Lebensmittelhandels fordern wir daher eine Neuauflage, die moderner, treffsicherer und unbürokratischer als je zuvor sein muss.“ Eines müsse allen klar sein: „Stirbt der Greißler, verliert das Dorf sein Herz und ein Stück Zukunft.“

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