Neben dem finnischen Oulu ist die westslowakische Kleinstadt Trenčín 2026 die zweite Europäische Kulturhauptstadt. Die Eröffnung wurde zum lauten Plädoyer für Europa, Demokratie und die Freiheit der Kunst.
Gerade einmal zwei Stunden und 22 Minuten Bahnfahrt liegt die westslowakische Stadt Trenčín von Wien entfernt. In Bratislava muss man umsteigen, den Zug Richtung Košice nehmen.
Košice war 2013 die erste Europäische Kulturhauptstadt der Slowakei. Und ein wichtiges Vorbild für Richard Rybniček, den Motivator dafür, dass Trenčín diesen Titel heuer tragen darf. 1969 in Trenčín geboren, ist er seit 2010 als unabhängiger Kandidat der Bürgermeister seiner Heimatstadt. 2026 ist sein letztes Jahr im Amt und das dritte Februar-Wochenende wurde zum großen Finale seiner Politkarriere: In der 54.000-Einwohner-Gemeinde feierte man die Eröffnung als Europäische Kulturhauptstadt.
„Neugier“ ist das Zauberwort für das reiche Jahresprogramm, in dem auch die alte Eisenbahnbrücke über den Fluss Waag als neue multikulturelle Plattform verspätet, im September als eine Hauptattraktion eröffnet werden soll. Der liberale Bürgermeister möchte jeden ansprechen, hat alle Bürger eingeladen, aktiver Teil der Kulturhauptstadt zu sein. So möchte Trenčín seine Position als offene, freie, tolerante, moderne Stadt festigen.
Die Eröffnung, zu der sich weder der prorussische Präsident Robert Fico und schon gar nicht die ungeliebte Kulturministerin Martina Šimkovičová von der Nationalpartei getraut hatten, wurde zum feurigen Plädoyer für Europa, für Demokratie, Bildung und die Freiheit der Kunst: „Wir Slowaken werden niemals zulassen, dass uns das Recht, in Freiheit, Demokratie und Würde zu leben, jemals wieder weggenommen wird“, richtete Rybniček den Festgästen und der Regierung Fico aus – um am Abend selbst beim heftig bejubelten Open-Air-Konzert seiner Band „Bez ladu a skladu“ gemeinsam mit der Band „Lucerka“ das Schlagzeug zu spielen.
In allen Farben wurde im Städtchen unter der prächtigen Burg gefeiert: mit Kinderchören, Trachtengruppen, Akrobatik, Faschingsumzug, zeitgenössischer Kunst, Klezmer in der innen prächtig restaurierten Synagoge, bei Pop-Konzerten internationaler Bands in Klubs und Open Air. Über allem strahlte eine imposante Lichtshow und warf stolz Europas Sterne in den Nachthimmel.
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