Kriegs-Mahnmal:

Das dunkle Geheimnis des „7. Wiener Flakturms“

Wien
18.02.2026 07:00

Mit sechs Flaktürmen, darunter mit dem Haus des Meeres auch eine echte Berühmtheit, verfügt die Stadt über sechs wuchtige Mahnmale des Zweiten Weltkrieges. Doch wie passt ein Bauwerk in Floridsdorf dazu? Der gerne „7. Flakturm“ genannte Betonbunker diente wohl ähnlichen Zwecken wie seine großen Brüder. 

Zwei von ihnen stehen bekanntlich im Leopoldstädter Augarten. Ein weiteres Paar ragt aus dem Arenbergpark in der Landstraße in den Himmel. Beim dritten „Zwilling“ ist einer als Haus des Meeres in ganz Österreich bekannt, einer versteckt sich in der Stiftskaserne, direkt an der berühmten Einkaufsstraße. Und doch gibt es noch weitere Bauwerke, bei denen nicht ganz klar ist, welche Rolle sie im Zweiten Weltkrieg hätten einnehmen sollen.

(Bild: Lukas Arnold Photography)

Sinn des Bunkers bis heute nicht ganz geklärt
Eines jener Bauwerke liegt im 21. Bezirk. Wo genau, wissen Floridsdorfer natürlich. Wir verraten es an dieser Stelle nicht. Zu oft brachen bereits Vandalen ein. Häufig wird der unvollendete Hochbunkerbau als „7. Flakturm“ bezeichnet. Was nicht ganz stimmt. Laut Lukas Arnold, Fotograf und Hobby-Historiker, ist die Funktion bis heute nicht restlos geklärt. Arnold erforschte schon mehr als 200 Kelleranlagen und auch den Floridsdorfer „Flakturm“.

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Es handelt sich um einen unvollendeten Hochbunkerbau aus den letzten Kriegsmonaten. Seine genaue Funktion ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Fotograf und Hobby-Historiker Lukas Arnold

Vermutlich sei tatsächlich auch eine Flakstellung geplant gewesen, um Bahnlinien und Industrie zu schützen. Ein zentraler Schacht, der als Munitionsaufzug geplant gewesen sein könnte, ist ein Indiz dafür. Die eingestürzte Decke zeigt, dass der Bau nie vollendet wurde.

(Bild: Lukas Arnold Photography)

Luftschutzbunker für die Bevölkerung?
Ein weiteres Stockwerk sei wohl in Planung gewesen, bevor die Alliierten den Schrecken des NS-Regimes ein Ende bereiteten. Einrichtungen wie Sanitäranlagen, geschlossene Räume oder Schutzvorrichtungen fehlen komplett. Vier Eingänge mit acht Zugängen lassen vermuten, dass der Turm auch für Zivilpersonen im Luftschutzfall angedacht war. Schriftzüge wie „Rauchverbot“ oder „Erste Hilfe“, stammen aus späteren Zeiten. Sie wurden für Filmaufnahmen angebracht.

(Bild: Lukas Arnold Photography)

Tickets für Touren in Wiens Unterwelt
Gebaut wurde der „Flakturm“ mit achteckigem Grundriss einst von Zwangsarbeitern. Nach einem missglückten Sprengversuch im Jahre 1945  steht er heute noch immer ungenutzt als mahnender Zeuge der dunklen Zeit. Wer sich für die historischen Gebäude interessiert, dem seien zwei Vorträge in der Schankwirtschaft im Augarten (mit Lukas Arnold) ans Herz gelegt. Am 12. Mai (18 bis 20 Uhr) geht es um die Wiener Unterwelt, am 27. Oktober (18 bis 20 Uhr) um die Flaktürme. Tickets für die Vorträge und für Ausflüge in Wiens Unterwelt gibt es hier.

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