Das Belvedere 21 zeigt die Fotografie-Pionierin und Filmemacherin Friedl Kubelka in einer ungewohnten Rolle – als Malerin von bunten Kleinformaten. „Nicht daheim und doch zu Hause“ ist bis 7. Juni zu sehen.
Sie sind wie eine farbenfrohe gemalte Biografie, die 54 chronologisch gehängten kleinformatigen Bilder, die den schlichten Raum im Belvedere füllen. Teils in Postkartengröße, teils auf A5 hat Friedl Kubelka die detailreichen Miniaturen ab 1971 zu Papier gebracht, das jüngste Blatt stammt von Ende 2025. Insgesamt umfasst das gemalte Werk gut 150 Blätter. Jugendliche Verlorenheit ist hier zu erfahren, die erste Liebe, die Hochzeit mit Peter Kubelka, Mutterschaft und Reisen, Alltagsszenen, Wünsche und Träume, Begegnungen mit Wegbegleitern, mit der Natur – und mit dem Tod.
Die Szenen haben alle intimen Charakter. Trotz der kräftigen Farben haben sie eine gewisse Fragilität, drücken auch eine psychische Verfasstheit aus in Ornamenten und Linien. Dass Friedl Kubelka auch als Psychoanalytikerin tätig ist, sieht man hier deutlich.
Die 1946 in London geborene, in Wien und Paris lebende Künstlerin hat sich ab den 1970er Jahren als Fotografin und Filmemacherin einen Namen gemacht – vor allem mit ihren seriellen Porträts und konzeptuellen Kurzfilmen. Auch als Gründerin der „Schule für künstlerische Photografie“ setzte sie Maßstäbe. Seit 2009 nennt sich die Filmerin auch Friedl vom Gröller. Sieben ihrer Kurzfilme zeigt auch das Belvedere – sie komplettieren den künstlerischen wie biografischen Bogen. Die sehr dicht gemalten, teils ins Surreale abdriftenden Bildräume stehen dabei im starken Kontrast zu den Schwarz-Weiß-Filmen.
„Nicht daheim und doch zu Hause“ – der Titel der kleinen Schau macht klar, dass die Gouachen das privateste Medium der Künstlerin sind. „Das Malen gibt mir Halt“, sagt Kubelka selbst über die bunten Blätter, deren Details es zu erkunden lohnt.
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