Die Schattenlagant Hütte hat sowohl in der Sommer- als auch in der Wintersaison geöffnet. Eine Wanderung dorthin lässt sich mit einer kurzweiligen Rodelfahrt nach Brand verbinden.
Die Halbtagestour zur Schattenlagant Hütte wurde bereits im vergangenen Sommer als Wandertipp vorgestellt. Doch auch in der kalten Jahreszeit lohnt sich der Ausflug: Bei passenden Witterungsverhältnissen erwartet Winterwanderer eine stimmungsvolle Route, die sich obendrein ideal mit einer flotten Rodelpartie kombinieren lässt. Ausgangspunkt ist bei der Palüdbahn in Brand. Da die Parkmöglichkeiten gerade in der Wintersaison begrenzt sein können, empfiehlt sich die Anreise mit dem Bus.
Typ: Winterwanderung mit Rodelmöglichkeit Ausgangspunkt: Ortsende von Brand / Palüdbahn Dauer: rund dreieinhalb Stunden wenn auch der Rückweg zu Fuß zurückgelegt wird, ansonsten sind es zirka eine Stunde und vierzig Minuten Gehzeit + die Abfahrt mit dem Rodel
Ausrüstung: Schneeschuhe oder Winterwanderschuhe mit Spikes, dem Wetter angepasste Kleidung im Schichtprinzip, Rodel, Helm und Skibrille Einkehrmöglichkeit: Schattenlaganthütte ( Wintersaison bis Mitte März, Montag von 10 -17 Uhr, Donnerstag -Sonntag von 10 – 21 Uhr, Di/Mi Ruhetag, Reservierung empfohlen, je nach Verfügbarkeit können Rodel auch bei der Hütte ausgeliehen werden)
Vom Ortsende folgt man zunächst ein kurzes Stück der Straße taleinwärts, ehe sich zwei Varianten für den Aufstieg zur Hütte anbieten. Entweder biegt man links ab, wandert über einen Wiesenabschnitt und überquert den Alvierbach. Entlang dessen Ufers geht es weiter bergan in Richtung Wald. Oder man bleibt auf der Straße, die im Winter für den Verkehr gesperrt ist. Diese dient allerdings auch als Rodelbahn – weshalb Vorsicht geboten ist. Zudem ist die Route entlang des Alvierbachs abwechslungsreicher: Der Weg führt vorbei an alten Heustadeln und bietet immer wieder eindrucksvolle Blicke auf die umliegenden Felswände, von denen im Winter meterlange Eiszapfen herabhängen.
Wer ohne Schneeschuhe unterwegs ist, sollte unbedingt Spikes für die Wanderschuhe im Rucksack haben, denn vereiste Passagen können ansonsten mitunter zur Herausforderung werden. Je höher man steigt, desto stiller wird es. Nur das Knirschen des Schnees unter den Schuhen und das gleichmäßige Rauschen des Wildbachs begleiten den Aufstieg. Der Alvier entspringt auf knapp 2000 Metern Höhe als Abfluss des Lünersees und durchfließt das gesamte Brandnertal, ehe er schließlich in die Ill mündet. Der Name des Gewässers trägt ein Stück Regionalgeschichte in sich: „Alvier“ ist – wie viele Flur- und Gewässernamen in Vorarlberg – rätoromanischen Ursprungs und geht vermutlich auf „Valvier“ zurück.
In historischen Urkunden findet sich die Bezeichnung in unterschiedlichen Schreibweisen, etwa als Vallawier, Fallwier oder Vallwier. Das Präfix „Val-„ verweist im Rätoromanischen auf ein Tal (vgl. lateinisch vallis). Ursprünglich dürfte damit also das Tal gemeint gewesen sein, durch das der Bach fließt – ehe sich der Name im Laufe der Zeit auf das Gewässer übertrug. Schließlich wendet sich der Weg ab vom Alvierbach und führt direkt auf die Straße/Rodelbahn, welche sich in Serpentinen weiter bergan schlängelt.
Wenn die Temperaturen im Winter für längere Zeit unter den Gefrierpunkt fallen, können besondere Bedingungen an steilen Felswänden dafür sorgen, dass beeindruckend große Eiszapfen wachsen. Entscheidend ist dabei zunächst, dass Wasser kontinuierlich verfügbar ist – sei es als Schmelzwasser aus oberhalb liegendem Schnee, als Wasser, das aus Gesteinsritzen nach unten sickert, oder als Tauen von Schneebänken bei leichtem Sonneneinfall. Dieses Wasser fließt entlang der Felswand nach unten. An senkrechten oder schattigen Flächen verdunstet es nicht sofort, sondern läuft tröpfchenweise über die kalte Oberfläche. Auf einer schattigen Nordseite, wie im Schattenlagant, ist es oft so kalt, dass das Wasser bereits beim Kontakt mit der Wand gefriert. Sobald die ersten dünnen Eisschichten entstehen, dienen sie als „Grundlage“ – sie fangen weitere Tröpfchen ein, die beim Herabtropfen ebenfalls gefrieren. So entsteht nach und nach ein Zapfen. Das Wasser läuft nicht nur einmal, sondern über Stunden und Tage ununterbrochen weiter, tropft an der gleichen Stelle herunter und friert dabei schichtweise an.
Entlang der Strecke zweigen immer wieder markierte Routen ab, die durchs Gelände führen. Diese sind landschaftlich reizvoll, aber mit dem Rodel schwerer zu gehen, beziehungsweise muss man diesen dann abschnittsweise tragen, da der Pfad zu schmal ist, um diesen hinter sich herzuziehen. Dann taucht plötzlich der Dachgiebel der Schattenlagant Hütte zwischen den Baumreihen auf, das Ziel ist erreicht und nach einer gemütlichen Einkehr geht es mit dem Rodel rasant retour in Richtung Brand.
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