Wo heute Wiesen und Forchtenstein sind, war einst ein Meer. Ein neues Projekt soll diese Zeit Besuchern näherbringen.
Mit ein wenig Vorstellungskraft könne man es durchaus erahnen, wie es damals vielleicht ausgesehen haben könnte, sagt Geologe Günther Weixelberger. Denn blickt man an einem nebligen Tag von der Rosalia bei Forchtenstein hinunter, dann entspricht die obere Nebelgrenze jener Höhe, auf der sich einstmals ein riesiges Meer befunden hat.
Fossilienfunde als Beleg
Auch wenn es – besonders angesichts der aktuellen Temperaturen – schwer vorstellbar ist: Wo sich heute die Tiefebene befindet, war vor Millionen Jahren ein Ozean. In diesem lebte neben Seekühen auch der urzeitliche Riesen-Hai Megalodon, der besonders durch Hollywoodfilme zuletzt größere Bekanntheit erlangt hat. Dies sei durch Fossilienfunde – beim Megalodon nur die Zähne – belegt, sagt Weixelberger.
„Wie in der Karibik“
Damals herrschte hier ein subtropisches Klima, die höchste Erhebung der Rosalia ragte als tropische Insel aus dem Wasser – so wie jetzt aus dem Nebel. „Es war wie in der Karibik“, sagt Forchtensteins Bürgermeister Rüdiger Knaak. Schwimmen hätte man im Wasser aber wohl besser nicht gehen sollen.
Mammuts und Säbelzahntiger
Dreht man die Zeit einige Millionen Jahre weiter, zeigt sich hingegen ein ganz anderes Klima: Damals herrschte die Eiszeit, statt Riesen-Haien durchstreiften Mammuts und Säbelzahntiger das Gebiet.
Ausflügler und Schüler als Zielgruppe
Dieses Wechselspiel zwischen diesen extremen Wetterbedingungen und die Klimaveränderungen über die Jahrtausende will man in den Gemeinden Wiesen und Forchtenstein in Form eines neuen Geo-Trails Wanderern, Spaziergängern und Schulklassen näher bringen.
Skywalk mit Ausblick,der beeindruckt
Das Projekt soll noch im heurigen Jahr umgesetzt werden. In Wiesen ist eine Aussichtsplattform in Form eines Skywalks geplant, der einen atemberaubenden Weitblick bieten wird, erklärt Bürgermeister Matthias Weghofer. Dieser soll Zentrum des Rundwegs sein, der eine Gesamtlänge von rund 20 Kilometern haben wird. Den Besuchern soll über diesen die Geschichte der Gegend auf spannende Weise nähergebracht werden.
Wandern statt Skifahren
Man wolle damit besonders den sanften Wandertourismus in den Gemeinden stärken, erklären Knaak und Weghofer. Aus gutem Grund: Wandern gewinnt in Österreich an Beliebtheit. Manche Touristiker sehen das Wandern auch als neues Skifahren. Das Einzugsgebiet reicht von Wien über Wr. Neustadt bis nach Sopron.
Die Kosten betragen voraussichtlich 800.000 Euro. Die Gemeinden hoffen auf LAG-Förderungen, die bis zu 80 Prozent ausmachen könnten.
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