Das Dreiländereck galt als hinunter gewirtschaftet und schlitterte schlussendlich in die Insolvenz, heute ist es eines der spannendsten Comeback-Projekte im Kärntner Tourismus.
Im Skigebiet Dreiländereck zieht der neue Eigentümer Andreas Blüm im „Krone“-Gespräch am Berg eine erste, vorsichtig optimistische Winterbilanz und macht klar: Hier ist wieder Leben am Berg. „Es war kein Schnellschuss“, erklärt Andi. Monatelang wurde gerechnet, geprüft, analysiert.
Die TÜV-Gutachten zu Liften und Technik fielen ernüchternd aus, Altlasten mussten übernommen und aufgearbeitet werden. Trotzdem fiel die Entscheidung bewusst für das Dreiländereck. Andi: „Die Lage, das Panorama und das Zusammentreffen von Österreich, Italien und Slowenien – das hat enormes Potenzial.“
„Wir mussten bei null, also völlig neu anfangen!“
Der Unternehmer verfolgt einen klaren Kurs: weg vom reinen Skigebiet, hin zum ganzjährigen Erlebnisberg. Familien, Einheimische und Tagesgäste stehen im Mittelpunkt. Neben dem Skifahren wurden Angebote wie Winterwandern, Schneeschuhgehen, Eislaufen und sogar Paragleiten aufgebaut.
Außerdem ist das Dreiländereck eines der ersten Skigebiete weltweit, wo Exoskelette, sowas wie E-Bikes zum Wandern, und Skitourengehen ausgeliehen und ausprobiert werden können. Technisch wurde im ersten Schritt die Hauptbahn instand gesetzt, dazu mehrere Schlepplifte für den Winterbetrieb. Parallel läuft die Sanierung der vernachlässigten Beschneiungsanlage.
Gastronomie spielt zentrale Rolle
Ein echter Publikumsmagnet hat sich rasch etabliert: die Skitourennacht, die jeden Donnerstag (ab 17 Uhr bis 22 Uhr) stattfindet. Hunderte Tourengeher stapfen dabei mit Stirnlampen den Berg hinauf – mit Einkehr im Bergrestaurant, das von Harald Hicks geführt wird. „Einmal ist uns sogar das Bier ausgegangen“, lacht Andi. Ein Luxusproblem, das zeigt, wie sehr das Angebot angenommen wird.
Überhaupt spielt die Gastronomie eine zentrale Rolle. Bodenständige Küche, faire Preise, ganzjähriger Betrieb. Besonders wichtig: die Einheimischen. „Jeder ist willkommen“, betont Andi. Einfach Spazierengehen, Einkehren, Aussicht genießen. Die erste Wintersaison verläuft besser als erwartet.
Große Zukunftsvisionen
Starke Wochenenden, gute Ferienfrequenz, positives Feedback. „Jeder Tag ist ein Lernprozess“, so Andi. Große Zukunftsvisionen gibt es – aber mit Bedacht. Vorrang hat, Bestehendes zu stabilisieren und Vertrauen aufzubauen. Das Dreiländereck zeigt damit eindrucksvoll, was möglich ist, wenn engagierte Menschen mit Eifer, Mut und Einsatzwillen anpacken. Das Dreiländereck lebt und macht damit auch dem Kärntner Tourismus Hoffnung.
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