Kulturabteilungs-Aus

Kulturpolitischer Wahnsinn mit irreparablen Folgen

Kärnten
30.01.2026 22:00

Sollte im Zuge einer Verwaltungsreform die „Abteilung 14 – Kunst und Kultur“ eingespart werden, käme das einem kulturpolitischen Supergau gleich, der weitreichende Folgen hätte - auch für zentrale Standortfaktoren wie Tourismus oder Wirtschaft.

Wer kein Geld hat, muss sparen! Doch es gibt Einsparungen, die sich bitter rächen. Die angedachte Degradierung der Kulturabteilung zur Unterabteilung im Zuge der Strukturreform bei den Abteilungen, die von eigenen Reformgruppen bis zum Frühjahr auf zehn bis 12 geschrumpft werden sollen, ist so ein Fall! Über den Aufschrei und die Sorgen der Betroffenen in offenen Briefen von Kärntner Kulturgremium sowie Interessensgemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroška (IG KiKK), hat die „Krone“ bereits berichtet.

Widmen wir uns also der Frage, warum der Fortbestand einer eigenständigen (!) Kulturabteilung auch für zentrale Standortfaktoren wie Tourismus, Wirtschaft, Bildung und Fachkräftegewinnung existenziell ist und werfen dafür einen Blick auf das kleine Gmünd – seines Zeichens bekennende Kulturstadt mit großer internationaler Strahlkraft und Vorzeigebeispiel für kulturelle Wertschöpfung, die sich pro Jahr auf rund 8 Millionen Euro beläuft. Und dass an das grandiose neue Kunsthaus auf dem Hauptplatz fast ausschließlich regionale Firmen Hand angelegt haben, gehört mit zum wirtschaftstragenden Gesamtkonzept.

Ein klares, politisches Bekenntnis zu Kunst und Kultur war auch die Wiedereinrichtung der Abteilung 14 im Jahr 2018 – nach dem schwierigen Erbe der Ära-Haider – geprägt von politischer Instrumentalisierung bis hin zur persönlichen Willkür. Doch ein demokratisches Fundament braucht eine tunlichst unabhängige Kunst wie Kultur und offene Denkräume, um gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.

„Eine Herabstufung zur Unterabteilung bedeutet das Gegenteil: verlängerte Entscheidungswege, Abhängigkeit von anderen Ressorts, Verlust an Durchsetzungskraft, Sichtbarkeit, Expertise und institutionellem Wissen“, warnt die IG KiKK mit Blick auf die Abteilung 14 als „strategische und koordinierende Kraft, die Lebensqualität steigert, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und die Außenwahrnehmung Kärntens prägt.“

Akkreditierung der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik, Jahr der Volkskultur (2023), Wiederinbetriebnahme des kärnten.museums, Eröffnung von Ingeborg Bachmann Haus und Maria-Lassnig-Atelier, Kulturstrategie Kärnten 2030 als zweieinhalb Jahre dauernder, partizipativer Prozess mit rund 1400 beteiligten Kulturarbeiter & Künstlern: Die Erfolgsbilanz der von Brigitte Winkler-Komar souverän geleiteten Kulturabteilung spricht für sich und eine vielfältige wie nachhaltige Kulturentwicklung, auf die Kärnten nicht verzichten kann!

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