Bilanz liegt vor

Tirol: So viele Geisterfahrer waren 2025 unterwegs

Chronik
27.01.2026 16:10
Porträt von Anna Unterleitner
Von Anna Unterleitner

Tirol setzt ein starkes Zeichen in Sachen Verkehrssicherheit: Laut aktueller Ö3-Geisterfahrerstatistik wurden im Jahr 2025 im Bundesland so wenige Falschfahrer wie noch nie gemeldet. Während andere Bundesländer einen leichten Anstieg erleben, gibt es in Tirol ein historisches Rekordtief.

Gute Nachrichten für Tirols Autofahrer: Im Jahr 2025 wurden im Ö3-Verkehrsservice „nur“ 25 Geisterfahrer gemeldet – so wenige wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1994. Während österreichweit die Zahl der Falschfahrer auf 425 anstieg, ein Plus von sechs Prozent zum Vorjahr, schwimmt Tirol klar gegen den Trend.

Damit hält Tirol einen historischen Negativrekord – im positiven Sinn: Noch nie wurden im Bundesland so wenige Falschfahrer registriert. Auch Wien meldete – wie schon in den Jahren davor – vergleichsweise wenige Fälle. Kärnten hingegen verzeichnete mit 93 Geisterfahrern sogar den historisch höchsten Wert. 

Tirol gilt als „positiver Ausreißer“ der Ö3-Geisterfahrerstatistik des letzten Jahres. Der bisherige Tiefstwert lag bei 29 Meldungen im Jahr 1995. Der positive Trend der letzten Jahre setzt sich damit fort, die Anzahl hat sich zuletzt um ein Drittel reduziert. Das Teilstück mit den meisten Meldungen ist die A13 zwischen Innsbruck und Matrei mit 6 Durchsagen.

Übernimmt Führung mit historisch höchster Anzahl
Kärnten ist mit 93 Geisterfahrern trauriger Spitzenreiter. Der Großraum Villach gilt weiterhin als „Geisterfahrer-Hotspot“ – dort passiert jeder sechste Fall in Österreich. Die meisten Falschfahrer wurden auf der Südautobahn (A2) registriert.

Zitat Icon

Wir analysieren jedes Jahr alle Geisterfahrer-Meldungen. Die besten Sicherheitsmaßnahmen helfen allerdings wenig, wenn der Faktor Mensch das Steuer übernimmt.

Asfinag-Verkehrssicherheitsexperte der Gesellschaft, Bernhard Lautner

Laut Ö3-Statistik bleiben Geisterfahrten ein „Freizeitphänomen“: Am häufigsten passieren sie sonntags, vor allem abends zwischen 21 und 24 Uhr. Hauptgründe sind Alkohol- und Drogeneinfluss sowie Überforderung und Ablenkung. Am geringsten ist das Risiko, einem Geisterfahrer zu begegnen, in den Morgenstunden zwischen 6 und 9 Uhr. Im Durchschnitt dauert es rund 15 Minuten zwischen Erstmeldung und Entwarnung.

Geisterfahrerstatistik
Das Ranking nach absoluten Zahlen 

In Klammer der Vorjahresrang:

1.(3.) Kärnten: 93 Meldungen (+15 %; 2024: 81)
2.(1.) Steiermark: 84 Meldungen (-5 %; 2024: 88)
3.(2.) Niederösterreich: 77 Meldungen (-8 %; 2024: 84)
4.(4.) Oberösterreich: 69 Meldungen (+44 %; 2024: 48)
5.(6.) Salzburg: 26 Meldungen (-7 %; 2024: 28)
6.(5.) Tirol: 25 Meldungen (-29 %, 2024: 35)
7.(8.) Vorarlberg: 24 Meldungen (+118 %; 2024: 11)
8.(7.) Burgenland: 16 Meldungen (-6 %; 2024: 17)
9.(9.) Wien: 11 Meldungen (+38 %; 2024: 8)

Insgesamt ereigneten sich 2025 österreichweit 13 Unfälle mit Geisterfahrern, 2024 waren es noch 11. Der stärkste Monat war der Oktober mit 47 Meldungen, im März wurden mit 18 Geisterfahrern österreichweit die wenigsten gezählt. 

Die Asfinag verweist auf den „Faktor Mensch“
„Wir analysieren jedes Jahr alle Geisterfahrer-Daten, um Problemstellen zu erkennen“, sagte der Verkehrssicherheitsexperte der Gesellschaft, Bernhard Lautner. Laufend auf mögliche Verbesserungen überprüft würden Beschilderung, Bodenmarkierungen und Baustellen. Es würden allerdings die besten Sicherheitsmaßnahmen wenig helfen, wenn der Faktor Mensch das Steuer übernehme.

Dass trotz moderner Warnsysteme der Mensch der entscheidende Risikofaktor bleibe, zeige ein Fall aus Tirol: Im März 2025 stoppte die Polizei einen Geisterfahrer auf der Brennerautobahn (A13) zwischen Stubaital und Zenzenhof. Der 55-Jährige hätte vor der Mautstelle Schönberg kurzerhand umgedreht – laut Asfinag, weil auf seiner Firmenkreditkarte kein Guthaben mehr verfügbar war. Bei Stubaital wurde er vom Navi wieder auf die A13 geleitet, zahlte die Maut bar und wurde dann von der Polizei gestoppt. Ihm wurde der Führerschein abgenommen.

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