Nach dem Streichen der Weihnachtsprämie droht jetzt ein viel größerer Einschnitt für die Polizisten in Oberösterreich. Und die Linzer Beamten dürfen „Versuchskaninchen“ spielen. Im Hintergrund formiert sich angesichts des Gehaltsverlustes und Streitpotenzials in den Beamten-Familien seltene politsiche Einigkeit.
Das Linzer Stadtpolizeikommando ist in OÖ das „Versuchslabor“: Hier wird noch im Frühling das neue Dienstzeitmanagement getestet. Dieses sorgt – nach der Streichung der 125-Euro-Weihnachtprämie – für den nächsten Aufschrei in der Belegschaft. Es droht „weniger Planungssicherheit und Gehaltsverlust“, wie Gewerkschafter Johann Floss sagt. Dafür gibt die seltene Einigkeit aller Fraktionen, dass dieses Modell, falls es Nachteile bringt, so nicht ausgerollt werden darf.
Werden Überstunden an den Wochenenden in den Plandienst integriert und fallen noch die Journaldienststunden am Tag weg, drohen Verluste ab 400 Euro monatlich.
Johann Floss, GÖD Polizei
Nur ein Wochenende frei
Die größten Kritikpunkte: Derzeit muss nur an einem Wochenende pro Monat Plandienst verrichtet werden, der Rest läuft auf Überstunden. Künftig gibt es bis zu drei nicht extra bezahlte Wochenenddienste – nur einmal muss Samstag und Sonntag frei sein. „Mit dem vom Innenministerium verwendeten Schlagwort familienfreundlich hat dies wenig zu tun“, so Floss.
„Keine Planungssicherheit“
Ein Überstundenpool, bei dem sich Polizisten, die sich für Mehrdienst bereit erklären, melden, bringe keine Planungssicherheit, da unklar ist, ob und wann man eingeteilt wird. Es soll zwar die Möglichkeit geschaffen werden, Dienste zu splitten, aber die Gewerkschafter bezweifeln, dass dies flächendeckend möglich sei. Und dass in Oberösterreich erst im September 2026 wieder Neuaufnahmen geplant sind, sei bei der engen Personaldecke auch problematisch.
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