Hohe Kosten

Mattersburger Stadtbus mit ungewisser Zukunft

Burgenland
14.01.2026 08:58

Nachdem geplant war, Haltestellen aufzulassen, bessert Mattersburg beim Stadtbus jetzt nach. Dennoch bleiben die Probleme: wenig Fahrgäste und sehr hohe Kosten.

Wie geht es mit dem Mattersburger Stadtbus – dem MABU – weiter? Seit Jahren steht das Öffi-Projekt in der Kritik, wird teilweise zynisch als „Geisterbus“ bezeichnet. Eine zuletzt durchgeführte Evaluierung brachte eine ernüchternde Bilanz bei den Fahrgastzahlen und Einstiegen an den Haltestellen zutage. Während der Bus in der Früh von den Schülern gut angenommen wird, sinkt die Zahl der Fahrgäste bei späteren Kursen teilweise auf null.

Fahrplan abgespeckt
Dem gegenüber stehen Kosten von stolzen 600.000 Euro pro Jahr. Deswegen musste die Stadt die Handbremse ziehen. „Wir wussten, dass wir uns den MABU in dieser bisher geführten Form nicht weiter leisten können“, erklärt Thomas Nikles, SPÖ-Ortsparteivorsitzender. Mit Jahresanfang wurde das Angebot zurückgefahren, der Fahrplan gemeinsam mit VBB und Anbieterfirma Blaguss überarbeitet.

Suche nach Lösung
Die Folge war allerdings ein Aufschrei aus der Bevölkerung. Man habe in den vergangenen Tagen viele Anrufe erhalten, bestätigt Bürgermeisterin Claudia Schlager. Deswegen wird jetzt mit Blaguss an einer Lösung gearbeitet, die für die Stadt leistbar und für die Bürger weiter ein attraktives Angebot ist. Das Ziel sei, dass weiterhin alle Haltestellen angefahren werden, die Frequenz allerdings reduziert wird.

Nur fünf Kurse pro Tag
Gab es bisher einen Stunden-Takt, sollen die Busse künftig nur mehr fünfmal unterwegs sein – zweimal am Vormittag und dreimal am Nachmittag. „Wir sind für Rückmeldungen aus der Bevölkerung dankbar, wenn Anpassungen notwendig sind“, sagt Schlager. Sie ist zudem froh, dass es großes Entgegenkommen von Blaguss gibt, deren Vertrag bis 2028 läuft.

Fokus auf die Schüler
Der Stadtchefin ist es vor allem ein Anliegen, dass die Kinder in der Früh weiterhin mit dem MABU in die Schule fahren können und vor 8 Uhr dort ankommen: „Das ist mir wichtig.“ Wie schnell die aus der Bevölkerung eingebrachten Änderungswünsche umgesetzt werden können, steht nicht fest. Eine Anpassung der Ticketpreise ist vorerst jedenfalls nicht vorgesehen. Aktuell kostet ein Einzelfahrschein einen Euro, der für den ganzen Tag zwei Euro.

Teures Verlustgeschäft
Die Frage, wie es mit dem MABU in Zukunft weitergehen soll, bleibt dennoch bestehen. Denn Öffis sind eigentlich immer ein Verlustgeschäft, der Bezirksvorort ist hier keine Ausnahme. Der Stadtbus in Eisenstadt beschert der Landeshauptstadt beispielsweise einen Abgang von 1,3 Millionen Euro pro Jahr.

Ungewisse Zukunft
Gleichzeitig hat Mattersburg wie alle anderen Gemeinden mit einem engen Budgetrahmen zu kämpfen. „Ich würde mich freuen, wenn es mit dem MABU in abgespeckter Form weitergeht. Wie weit wir ihn uns in den nächsten Jahren leisten können, ist abzuwarten“, meint Schlager. 

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