Angeblich wollten zwei Cousins nur auf Urlaub nach Ungarn fahren. Stattdessen überfielen die beiden Syrer – einer ist geständig – einen Winzer in Gols (Burgenland). Der Strafrahmen für schweren Raub erstreckt sich auf bis zu 15 Jahre.
Wohin fahren zwei syrische Cousins, die in Deutschland leben, auf Urlaub? Selbstverständlich nach Ungarn! Weil das Auto kaum jünger ist als der 21- und 24-Jährige, muss man in Gols stoppen, um Wasser in den Kühler zu füllen.
Die beiden treffen auf einen jungen Winzer, der in den Weinbergen des Vaters mit dem Rebschnitt beschäftigt ist. Freilich gibt er ihnen Wasser. Aber das nutzt nichts, der Wagen will angeblich nicht anspringen.
DNA-Spuren sprechen eindeutige Sprache
Den Urlaub in Ungarn vor Augen, zückt der Jüngere eine Pistole. Her mit deinem Autoschlüssel, Geld, Handy, deiner Uhr! Und weg waren sie, mit zwei Pkw. Zumindest einer – DNA-Spuren haben keine kurzen Beine – gibt beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt zu, beteiligt gewesen zu sein. „Aber das mit der Pistole stimmt nicht. Ich hatte nur eine Softgun mit, sie aber nicht verwendet. Ich fand das unnötig, weil wir waren zwei Leute und der Mann war alleine.“ Das Handy und die Uhr habe er wegen Nutzlosigkeit weggeworfen. Den Namen des Komplizen behält er für sich.
Und der 24-Jährige? Der gibt an, zum Tatzeitpunkt noch gar nicht in Österreich gewesen zu sein. Er sei mit einem anderen Bekannten mitgefahren und habe den Cousin erst später in Ungarn getroffen. Und seine DNA-Spuren im gestohlenen Auto? „Ich bin erst in Ungarn in dieses Fahrzeug eingestiegen. Von einem Raub habe ich nichts gewusst.“ Jedenfalls wurde der Pkw einige Tage nach dem Vorfall in Gols im ungarisch-serbischen Grenzgebiet in einer „typischen Schlepperortschaft“ gefunden, wie die Staatsanwältin anmerkt.
Auch ein weiteres Auto gestohlen?
Der Prozess wird auf unbestimmte Zeit vertagt. Zur Klärung sollen unter anderem weitere DNA-Spuren an Jacke und Handy – wo hat man es gefunden, wenn es ja weggeworfen worden sein soll? – des Opfers ausgewertet werden. Neue Erkenntnisse erhofft sich der Schöffensenat auch aus Ungarn, wo wegen eines eine Stunde nach dem Raub gestohlenen Kastenwagens ermittelt wird. Auch in diesem Fall dürften die Angeklagten zu den Verdächtigen gehören.
Warum auch nicht zu zweit mit drei Autos nach Ungarn auf Urlaub fahren? So reist es sich doch bequemer, oder?
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