Kulturminister Andreas Babler gibt nach Evaluierung grünes Licht für die geplante Übersiedlung des Hauses der Geschichte von der Hofburg ins MQ. Die Eröffnung des neuen Standortes soll unter Budgetvorbehalt im Herbst 2028 stattfinden.
Seit mehr als 100 Jahren ist das „Haus der Geschichte“ bereits Thema in der heimischen Kulturpolitik. 2018 wurde es schließlich zum 100-jährigen Republiksjubiläum eröffnet, doch die Standortdiskussion riss nicht ab. Nun soll es tatsächlich von der Neuen Burg ins Museumsquartier (MQ) übersiedeln und ein eigenständiges Bundesmuseum werden, wie Kulturminister Babler (SPÖ) nun nach einer internen Evaluierung bekannt gab. Somit hat das jahrzehntelange Tauziehen ein Ende – und das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) ein neues Zuhause.
Die Eröffnung des neuen Standorts ist an sich für 2028 geplant, „der faktische Baubeginn steht allerdings noch unter Budgetvorbehalt“, heißt es aus dem Ministerium, auch wenn die Planungen „weit gediehen“ und eine Baugenehmigung „in Vorbereitung“ seien.
„Führer-Balkon“ wird ein Ort der Erinnerung
Für Babler bietet der Standort mit 3.000 m² Fläche „auch die Möglichkeit, sich intensiv dem düstersten Kapitel der österreichischen Zeitgeschichte zu widmen, der Shoah“. Der Holocaust sei „Teil der Geschichte Österreichs und damit auch im Kontext eines mittelfristig eigenständigen Bundesmuseums Haus der Geschichte Österreich zu denken“. Zuletzt war auch die Schaffung eines Holocaust-Museums diskutiert worden.“
Trotz des Umzugs soll der Altan der Neuen Burg, im Volksmund „Führer-Balkon“ genannt, ein „Ort für die demokratiepolitische Bildung werden“.
Holzbau im kleinen Klosterhof
Im Ministerratsvortrag vom November 2023 seien die Kosten auf 39,29 Millionen Euro geschätzt worden. Das derzeit in den Verband der Nationalbibliothek eingegliederte Haus soll laut Regierungsprogramm ein eigenständiges Bundesmuseum werden.
Die Pläne stammen vom Berliner Architekturbüro O&O Baukunst, das 2024 als Gewinner der Ausschreibung präsentiert wurde. Vorgesehen ist ein Holzbau im kleinen Klosterhof als neuer Eingang.
Die Reaktionen auf den Entscheid, den hdgö-Standort wie vorgesehen zu wechseln, sind durchweg positiv. „Die Klarstellung unterstreicht die Bedeutung eines zukunftsfähigen Ortes für die zeitgeschichtliche Auseinandersetzung im Zentrum Wiens“, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung von hdgö und Nationalbibliothek (ÖNB).
hdgö-Direktorin Monika Sommer zeigte sich erfreut, „die laufende Arbeit an einer neuen Hauptausstellung fortsetzen können“ und verwies auf das „spannende Programm in der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz“ bis zur endgültigen Übersiedlung ins Museumsquartier. Dessen Geschäftsführerin Bettina Leidl bezeichnete das hdgö via Aussendung als „ein zentrales Museumsprojekt für die demokratische Erinnerungskultur unseres Landes“, die nunmehrige Entscheidung schaffe die notwendige Planungssicherheit für das Museumsquartier.
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