Vereinsheim abgebrannt

„Anteilnahme, Zusammenhalt sind überwältigend“

Wien
04.01.2026 19:19

Die Rollsport- und Inlineskate-Vereinshütte der „Skate Factory“ brannte in der Silvesternacht aus. Während schon eine Woche zuvor mysteriös an der vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebten Hütte gezündelt wurde, räumte man die verkohlten Reste weg. 20.000 Euro Schaden – nun hofft man auf Unterstützung durch Crowdfunding.

Alles, was man beim Lokalaugenschein der „Krone“ am Wochenende auf der Donauinsel sieht, sind verschmorte Reste dessen, was einmal eine Vereinshütte war. Nämlich jene der „Skate Factory“. 2000 Inlineskate-, Rollschuh- und Skateboard-Begeisterte lernen und üben an jenem Ort seit 26 Jahren. Auch beim Wiener Ferienspiel im Sommer zeigen sich Kinder von dem Angebot seit vielen Jahren begeistert. 

Viel blieb von der Hütte der „Skate Factory“ nicht übrig.
Viel blieb von der Hütte der „Skate Factory“ nicht übrig.(Bild: Skate Factory)

Feuerwehr löschte, aber es blieb nur Schutt
Nun steht Obmann Christian Habesohn vor den Trümmern. Ein völlig deformiertes Skateboard liegt im Schutt dessen, was von der Silvesternacht übrig geblieben ist. „Es ist einfach traurig“, resümiert Habesohn. Gegen 22.20 Uhr schlug ein Passant, wie berichtet, Alarm an der Kaisermühlenbucht. Flammen schlugen aus dem Vereinsheim, das völlig niederbrannte. Von einem möglichen Täter fehlt bisher noch jede Spur. 

Weder Skateboards noch Schilder, Transparente oder Trainingsgeräte waren zu retten.
Weder Skateboards noch Schilder, Transparente oder Trainingsgeräte waren zu retten.(Bild: Skate Factory)

20.000 Euro Schaden, Versicherung gibt es nicht
Skates, Rollschuhe, Slalomstangen, Transparente, Bälle, Krafttrainingsgeräte, Plakatständer, eine Kaffeemaschine – all das existiert nicht mehr. Man steht vor den Trümmern der Existenz. Die Hütte, die erst 2015 gebaut wurde und als zentrale Anlaufstelle für Kursteilnehmer, Profi- und Hobbysportler aus 27 Nationen galt und an der Kinder neben Sport auch Hausübungen machen und Deutsch lernen konnten, ist weg. Und damit 20.000 Euro. „Versichert war sie leider nicht, da die Donauinsel als gefährdetes Gebiet gilt und wir uns das nicht leisten konnten“, gesteht Habesohn. 

Zitat Icon

Die Hütte ist für unseren Verein einfach überlebensnotwendig. Es ist der Ort, wo man sich trifft, wo man gemeinsam Zeit verbringt.

Christian Habesohn, Obmann der „Skate Factory“

Schon eine Woche davor zündelten Einbrecher
Während die „Krone“ zu Besuch ist, kommen Spaziergänger vorbei und drücken ihr Beileid aus. „Es ist generell schön, dass in dem Unglück so viel Zusammenhalt, so viel Anteilnahme liegt“, erzählt Habesohn, was ihm jetzt Kraft gibt. Ob der Brand ein Anschlag war, ist unklar. Fakt ist: Schon eine Woche vor dem verheerenden Feuer hatte es einen Einbruch gegeben, bei dem mit Feuerwerkskörpern gezündelt wurde. Ob es dieselben Täter waren, muss wohl die Polizei herausfinden. 

Da war die Welt noch in Ordnung: Die Vereinshütte, bevor sie abbrannte.
Da war die Welt noch in Ordnung: Die Vereinshütte, bevor sie abbrannte.(Bild: Skate Factory)

Crowdfunding-Aktion soll Geld für neues Heim bringen
Auch innerhalb der Vereinsszene versucht man, sich zu helfen. Zwei Partnervereine aus der Schüttaustraße, die „RollingCats“ und die „Viennawheelers“ greifen unter die Arme. Gleichzeitig möchte man mit einer Crowdfunding-Aktion etwas Geld für eine neue Hütte sammeln. Habesohn: „Wir sind eine kleine Community und brauchen die Hilfe. Die Donauinsel ist einfach perfekt, um hier die Kurse und Trainings abzuhalten.“ Auch auf die Bezirkspolitik hofft man. Vielleicht gelinge es, dass sich der Bezirksvorsteher in die Sache einschalte. Um dem für die Gemeinschaft so wichtigen Sportverein neues Leben einzuhauchen. 

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