Mit einem Zuckergipfel im Herzen von Niederösterreich wurde die Grundlage zur Rettung des Standortes in Tulln gelegt – das Aus für die „süße“ Produktion ist vorerst vom Tisch.
Steigende Energiekosten, eingeschränkte Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln und zunehmender Druck auf dem globalen Weltmarkt sowie die dramatischen Folgen des Klimawandels setzen die heimische Landwirtschaft von allen Seiten immer massiver unter Druck.
Es ist mir ein besonderes Anliegen, die Produktion zu sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig
Bild: Eva Manhart
Mercosor würde die Bilanz verbittern
Wie berichtet, sorgte zuletzt der drohende Abschluss des Freihandelsabkommens mit Brasilien für einen regelrechten Bauernaufstand. „Mercosur würde durch den geplanten Import von 190.000 Tonnen Zucker aus Südamerika in die EU massivste Auswirkungen auf den Anbau in Österreich haben“, befürchtet Bauernbund-Direktor Paul Nemecek mit seinem – in dieser Sache – Öko-Verbündeten, Greenpeace-Chef Alexander Egit, einmal mehr. Auch Rübenbauernpräsident Ernst Karpfinger meint, dass der heimische Rübenanbau in einer schweren Krise steckt. Zuletzt hatte – wie berichtet – sich auch Landwirtschaftskammerpräsident Johannes Schmuckenschlager für diese Produktionssparte ins Zeug gelegt.
Entwarnung kam jetzt nach dem Zuckergipfel im Herzen Niederösterreichs: Denn die Teilnehmer gaben ein klares Bekenntnis zum Rübenanbau und zur Verarbeitung am Standort Tulln ab. Mit der Konzentration der heimischen Zuckerproduktion versprechen Agrana und deren Geschäftsführer Stephan Büttner eine „dauerhaft tragfähige Grundlage für eine Zuckerproduktion mit heimischen Rüben“. Zuvor war aber die Fabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld geschlossen worden – mit dem bitteren Verlust von 270 Jobs.
Anbau hat eine lange Tradition
„Der Anbau der Zuckerrübe hat in Österreich eine lange Tradition und bildet eine wesentliche Säule unseres Ackerbaus. Er ist aus der heimischen Landwirtschaft nicht wegzudenken. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, die Produktion zu sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Faire Rahmenbedingungen, wirkungsvolle Werkzeuge sowie das klare Bekenntnis zum Standort sind dabei die Grundlage für Bauern, die Produktion in Zukunft abzusichern“, erklärt Agrarminister Norbert Totschnig nach dem von ihm angeregten „Süßgipfel“. Vorerst scheint die mit der Agrana-Marke „Wiener Zucker“ veredelte Weihnachtsbäckerei also gesichert.
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