Pilot in Pension

Abschied über den Wolken: Letzter Flug mit Libelle

Kärnten
29.11.2025 08:01

Letzte Landung für Kärntens legendären Flugpolizisten: Ottmar Karner beendete seinen Dienst auf der „Libelle Kärnten“ mit einem spektakulären Überflug über Klagenfurts Flughafen.  

Am Freitag verabschiedete sich ein Mann, der 32 Jahre lang über Kärnten gewacht hat. Ottmar Karner (61) – Polizeipilot, Fluglehrer, Lebensretter. Ein Name, den jede Blaulichtorganisation im Land kennt. Und einer, der nie ein großes Aufsehen um sich selbst gemacht hat. Doch am Ende wurde es ein Abschied, der selbst hartgesottenen Einsatzkräften die Kehlen eng werden ließ.

Denn Freitagnachmittag machte die „Libelle Kärnten“ wohl ihre emotionalste Landung. Am Steuer: Otti. Zum letzten Mal. Im Tiefflug über die Landepiste. Otti zieht die Maschine hoch, dreht ab – und fliegt eine Ehrenrunde direkt über den Tower.

Nach 32 Jahren im Cockpit des Polizei-Hubschraubers „Libelle Kärnten“ verabschiedete sich ...
Nach 32 Jahren im Cockpit des Polizei-Hubschraubers „Libelle Kärnten“ verabschiedete sich Flugpolizist und Einsatzstellenleiter Ottmar „Otti“ Karner mit einem spektakulären Überflug über den Klagenfurter Flughafen in den Ruhestand.(Bild: Hannes Wallner)

Ein stilles Danke an dem Ort, an dem vor 40 Jahren seine Flugkarriere begann. Am Boden Kollegen, Freunde, die Bergrettung mit Landesleiter Hannes Gütler. Als die Turbine verstummt, bleibt Otti kurz sitzen. Sein Blick voller Emotion. „Hier hat alles angefangen. Und hier endet’s jetzt.“

Die Zahlen seiner Karriere sind beeindruckend. Die Geschichten dahinter? Atemberaubend. 8000 Flugstunden. 18.000 Landungen. 1600 Rettungseinsätze.

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Es war mir eine Ehre, meinen Beitrag zur Sicherheit unseres Landes leisten zu dürfen. Mein besonderer Dank gilt meinen Kameraden.

Ottmar „Otti“ Karner

Otti flog zu Vermissten in Felswänden, zu Verletzten in Schluchten, zu Überschwemmungen, Lawinen, Gewaltverbrechen. Er war in der Luft, als 2007 Papst Benedikt XVI. Österreich besuchte, bei Formel-1-Rennen, der EM 2008 ebenso wie 2020 beim Terroranschlag in Wien und 2025 in Villach. 1997 vollbrachte er eine Leistung, die bis heute im Lehrbuch steht: die längste Seilbergung Österreichs. Otti: „Ohne Crew bist du als Pilot nichts.“

Hannes Gütler bedankte sich für die lange, gute Zusammenarbeit.
Hannes Gütler bedankte sich für die lange, gute Zusammenarbeit.(Bild: Hannes Wallner)

Mehr als 80 Prozent aller heutigen Polizeipiloten wurden von ihm ausgebildet. „Fliegen war nicht nur ein Job – es war meine Leidenschaft“, so Otti, der künftig als Raupenfahrer auf der Koralpe für perfekte Skipisten sorgen wird, zur „Krone“. Danke, Otti. Glück ab, gut Land.

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