Zwölfmal reanimiert

Nach Herzinfarkt Wiedersehen mit 20 Lebensrettern

Burgenland
29.11.2025 06:00

„Krone“-Reporter Christian Schulter (56) ist nur knapp dem Tod entronnen. Jetzt sagt er all seinen Helfern ein großes Danke für ihren unermüdlichen und professionellen Einsatz.

Fast wäre alles vorbei gewesen! Vor Lebensfreude gesprüht hatte der „Krone“-Fotograf noch in der neuen „Star Jump“-Halle in Oberwart, als er nach seinem dienstlichen Auftrag selbst auf dem Trampolin durch die Lüfte sprang und das Kurzvideo auf Facebook postete. Doch wenig später ereilte ihn beim notgedrungenen Zwischenstopp auf der Heimfahrt in Stegersbach ein Herzinfarkt. Nur dem raschen Eingreifen aller an der Rettungskette beteiligten Profi-Helfer ist es zu verdanken, dass er noch lebt. Zwölfmal musste er reanimiert werden, zwölfmal ist er knapp dem Tod entronnen.

„Unfassbar dankbar“
Genau ein Jahr danach sah Schulter seine 20 Lebensretter in der Landessicherheitszentrale (LSZ) in Eisenstadt mit Dienststellenleiter Markus Halwax und Leitstellenleiter Mario Promintzer wieder. „Ich bin so unfassbar dankbar, dass ich hier stehen darf. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt, ohne euch hätte ich das niemals geschafft“, sagte der heute 56-Jährige an seinem zweiten Geburtstag den Tränen nahe.

Alle haben perfekt zusammengeholfen. Den Notruf direkt entgegengenommen hatte LSZ-Schichtleiterin Julia Schwital. Sie war lange mit dem Infarktopfer telefonisch verbunden und zog im Hintergrund die Fäden. Als Erste vor Ort waren Schulters Sohn Christian und seine Frau Anja, beide Polizisten. Kurz darauf traf Notfallsanitäter Norbert Muhr mit Kollegen ein: „Das Glück war, dass wir gleich ums Eck einen Einsatz hatten und schnell da sein konnten. Das Herz hat noch geflimmert.“

„Krone“-Reporter Christian Schulter umringt von der Familie und seinen Lebensrettern
„Krone“-Reporter Christian Schulter umringt von der Familie und seinen Lebensrettern(Bild: Reinhard Judt)
Die Freude über das Wiedersehen in der LSZ war groß.
Die Freude über das Wiedersehen in der LSZ war groß.(Bild: Reinhard Judt)

Mit dem Schlimmsten gerechnet
Das sei extrem knapp gewesen, erinnert sich Notärztin Ingrid Ausserhofer an ihre Einschätzung der Überlebenschancen. „Die Lage war äußerst kritisch“, bestätigt Flugretterarzt Uwe Spitzer von der C17-Crew. „Nach einer Nachricht, dass ein Patient schon mehrfach reanimiert worden ist, muss mit dem Schlimmsten gerechnet werden“, merkt Oberarzt Maximilian Tscharre vom Krankenhaus Wiener Neustadt (NÖ) an.

Erleichterung bei allen Beteiligten
„Gott sei Dank ging alles gut aus“, so die Polizistinnen Victoria Krojer und Kerstin Kögl stellvertretend für jene Beamten, die Dienst hatten. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: „Der Fall zeigt, wie wichtig die Investitionen in ein modern strukturiertes Rettungs- und Notarztwesen sind. Die Zusammenarbeit zwischen LSZ und den Sanitätern funktioniert beispielhaft.“

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