Eine rasante Fahrt durch die weit verzweigten Wurzeln seiner Musik endete beim Konzert des US-amerikanischen Jazzsaxophonisten Kenny Garrett im Wiener Konzerthaus geradewegs in der ausgelassenen Tanzparty.
Es sind nicht nur die unmittelbaren Vorfahren und Verbundenheiten, die der 1960 in Detroit, Michigan, geborene Garrett mit seinen fünf Kollegen und Kolleginnen an Klavier, Kontrabass, Schlagzeug und Percussion sowie Stimme beschwört. Mit vielen dieser prägenden Vorfahren hat er auch selbst gespielt, wie Duke Ellington, Miles Davis, Chick Corea oder Art Blakey und seinen Jazz Messengers, aber auch Pat Metheny oder John Scofield.
Feuerwalze im Samtteppich
In seinem Projekt „Sounds from the Ancestors“ führen die Pfade in Zeit und Raum jedoch deutlich tiefer in die Geschichte – in archaische Rhythmen, spirituelle Sphären, Rhythm 'n' Blues und sehr beschwingt auch in lateinamerikanische Gefilde. Bei all dem geht Garrett seinen eigenen Weg und nimmt die Impulse auf, um sie neu oder auch anders zu deuten.
Exemplarisch im bereits legendären „Hargrove“, das John Coltranes „A Love Supreme“ als Ankerpunkt setzt. Auf dem blitzenden Zeitstrahl gibt es also die Sounds durch die Jahrzehnte, die manchmal nostalgisch breit in der Fusion-Vergangenheit baden, ein bisschen Bebop mit ausgedehnten Improvisationen und viel Soul und Funk. Der markante Ton von Garretts Saxophon umgarnt die Melodie und windet sich mit unerbittlicher Rasanz und sehr beredt in den rhythmischen Samtteppich – wie eine Feuerwalze, die das Geschehen zum farbenfrohen Kunstwerk verdichtet. Und dann wechselt Garrett zum Keyboard, stimmt mit Melvis Santa und Schlagzeuger Rudy Byrd in den hypnotisch rhythmischen Gesang ein und lässt Seele und Funken fliegen – und das begeisterte Publikum glücklich tanzen. Endlos.
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